Sa, 25. November 2017

Nur Kinderspielzeug

24.03.2017 11:57

„Sextoys verkauft“: 12-Jährige in USA suspendiert

Weil eine Zwölfjährige an ihrer Schule in den USA angeblich Sexspielzeug verkauft hat, ist sie für drei Tage suspendiert worden. An und für sich eine verständliche Reaktion der Schule - wäre da nicht die Tatsache, dass es sich bei den betroffenen Objekten nicht um Sextoys, sondern um Kinderspielzeug handelte.

"Water Snake Wigglies" heißen die Dinger, die die zwölfjährige Frances Habeck an der Trinity Lutheran Church and School in Racine im US-Bundesstaat Wisconsin aus ihrem Spind heraus verkauft hat, um Geld für die Kirche zu sammeln. Obwohl ihr ein Lehrer dies laut ihren Angaben in den Pausen erlaubt hatte, wurde die Schülerin suspendiert.

Es gehe nicht, dass ihre Tochter Sexspielzeug in der Schule verkaufe, deshalb sei sie suspendiert, habe Direktorin Pamela Amling zu Frances' Mutter Monica Habeck bei einem Basketballspiel der Schule gesagt - laut Angaben von Mutter und Tochter so laut, dass es alle um sie herum gehört und sie angestarrt hätten. "Ich habe zu weinen angefangen", so Frances gegenüber Medien wie "The Journal Times".

Schule: Andere Eltern forderten Konsequenzen
Amling allerdings behauptet, sie habe das Wort "Sexspielzeug" nie in den Mund genommen. "Ich weiß doch, dass das keine Sextoys sind." Was sie hingegen schon gesagt habe - wie auch der Schulpfarrer David Gehne später in einem Statement schrieb -, war, dass viele der Schüler die Spielzeuge sexualisiert hätten. Auch viele Eltern hätten sich wegen der "sexuellen Andeutung" bei der Verwaltung beschwert und auf Konsequenzen gepocht, so die Schule.

Die Suspendierung sei auch deshalb gerechtfertigt, weil die Schüler mit den "Wigglies" während des Unterrichts gespielt hätten. "Viele der Kinder haben den Gebrauch dieser Spielzeuge sexualisiert, was zu einer Störung des Lernbetriebs geführt hat und nicht ignoriert werden konnte", so Gehne in dem Statement weiter. Laut der Schule habe es bereits im Jänner eine Mitteilung an die Eltern gegeben, dass der Verkauf der "Wigglies" zu stoppen sei. Die Familie des Mädchens betont allerdings, keine solche Nachricht erhalten zu haben.

"Weitermachen, bis Ruf meiner Tochter wiederhergestellt ist"
Frances habe nichts Sexuelles im Sinn gehabt, sagt ihr Vater, der mit der Geschichte an die Öffentlichkeit ging. Seine Tochter habe zuvor online gesehen gehabt, wie solche Spielzeuge autistischen Kindern helfen würden, und habe sie deshalb in der Schule verkaufen wollen. "Es beruhigt einen schon, wenn man sie anfasst", so Frances, die erzählte, unter der Geschichte so zu leiden, dass sie sich manchmal in den Schlaf geweint habe und ihre Noten schlechter geworden seien.

"Es ist einfach verrückt. Nicht in den wildesten Vorstellungen könnte ein Erwachsener diese Dinger als Sexspielzeug ansehen. Es sind mit Wasser gefüllte Sackerl", so Milt Habeck. Er ist der festen Ansicht, die Direktorin hätte es besser wissen müssen. Er jedenfalls werde nicht aufhören, bis der Ruf seiner Tochter wiederhergestellt ist.

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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