Mo, 18. Dezember 2017

4,8 Mill. € Kosten

23.03.2017 16:13

Hochwasserschutz: Dem Lech wird Geröll geraubt!

Im Außerfern wurde am Donnerstag ein millionenschweres und österreichweit einzigartiges Hochwasserschutzprojekt offiziell eingeweiht! Mit der "Geschiebefalle Hornberg" wird künftig der Lech auf Höhe Ehenbichl/Höfen seines mitführenden Gerölls "beraubt" - an die 300 Häuser in fünf Gemeinden werden dadurch geschützt!

Zahlreichen Außerfernern stockt heute noch der Atem, wenn sie an die Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1999 und 2005 denken. Tagelang strömender Regen, der Lech trat vielerorts über die Ufer - die gewaltigen Wassermassen kannten keine Grenzen. "Keller und sogar ganze Häuser wurden geflutet", erinnert sich der Ehenbichler Bürgermeister Wolfgang Winkler.

Kostenpunkt: 4,8 Millionen Euro

Mit der nun eingeweihten Geschiebefalle sollen solche Dramen der Vergangenheit angehören. Lange diskutiert, erfolgte 2012 der Baustart des 4,8 Millionen Euro teuren Projekts. Die Idee dahinter: Von Weißenbach bis Lechaschau verläuft der Lech flach und die Fließgeschwindigkeit ist gering, wodurch große Schotterablagerungen entstehen. Diese mussten bisher aufwändig entfernt werden, um Überflutungen zu verhindern.

80 Prozent weniger Geschiebe

Künftig wird die Geschiebefalle das Geröll aufhalten. Und so funktioniert es: Ein zum Lech parallel verlaufendes Flussbett wurde geschaffen. Dieses sorgt für den weiterhin notwendigen, aber deutlich reduzierten Schottertransport. Das alte Flussbett wurde mit einer Rampe verbaut, die das Wasser in den neuen Nebenarm umleitet. Sollte der Lech mehr Wasser führen, als das neue Flussbett aufgrund eines speziellen Durchlasses aufnehmen kann, wird dieses samt Geschiebe über die Rampe in ein 700 Meter langes Ablagebecken schwappen. Eine weitere Schwelle sorgt dann dafür, dass das Geröll nicht weiter flussabwärts getrieben wird. "Bei einem 100-jährigen Hochwasser bleiben 80 Prozent des Geschiebes im Ablagerungsbecken liegen", erklärt Wolfgang Klien, der Chef des Wasserbauamtes Reutte.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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