Di, 12. Dezember 2017

Personalmangel

24.03.2017 12:51

Zu viele kiffen: FBI findet kaum geeignete Hacker

Fachleute, die sich mit Cyberangriffen und Internetsicherheit auskennen, sind bei den Geheimdiensten dieser Welt gefragt. Die US-Bundespolizei FBI hat allerdings Probleme dabei, genug geeignete Bewerber für die offenen Posten als Regierungs-Hacker zu finden. Der Grund: Der Job ist einerseits schlecht bezahlt, andererseits werden potenziell qualifizierte Bewerber abgewiesen, weil viele von ihnen Marihuana konsumieren.

Diese Diagnose geht laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Independent" aus einem Papier zur jüngsten Cyber Security Strategy der USA hervor. Demnach seien bis zu 40 Prozent der Posten als US-Regierungs-Hacker unbesetzt, weil so viele Bewerber aufgrund ihres Hangs zum Hanfkonsum nicht als Mitarbeiter im FBI infrage kommen.

Etliche Hacker-Posten bleiben unbesetzt
Im Report steht, das FBI habe 52 von 134 Posten als Computerwissenschaftler nicht besetzt, obwohl die Stellen bewilligt waren. Fünf der 56 Feldbüros des FBI müssten ganz ohne Hacker der Cyber Task Force auskommen. Und die Situation dürfte sich verschärfen, immerhin orten Analysten in den kommenden Jahren einen steigenden Bedarf für Cyber-Sicherheitsexperten in der Privatwirtschaft. Schon 2020 dürfte es mehr offene Stellen als geeignete Bewerber geben.

Der Grund, wieso das FBI so schwer an Regierungs-Hacker kommt, ist einerseits das im Vergleich zu privaten Firmen überschaubare Gehalt. Zum anderen machen dem FBI aber auch die eigenen Regeln zu schaffen. Im Bericht heißt es, die ausführlichen Hintergrundanalysen des FBI seien gemeinsam mit bestimmten anderen Voraussetzungen - Bewerber müssen beispielsweise zwangsläufig US-Bürger sein - Grund für den Personalmangel. So gebe es beispielsweise die Regel, dass FBI-Bewerber zumindest seit drei Jahren kein Marihuana und seit zehn Jahren keine anderen Drogen konsumiert haben dürfen.

Strenge Vorgaben schließen viele Bewerber aus
Das schließt offenbar große Bewerbergruppen vom Dienst beim FBI aus. Im Jahr 2015 seien durch die strengen Vorgaben im Bewerbungsprozess rund 60 Prozent der Bewerber ausgeschieden - ungeachtet ihrer Qualifikation. Ein Problem, das FBI-Chef James Comey schon einmal angesprochen hat. Bereits 2014 erklärte er: "Meine Aufgabe besteht darin, einen starken Mitarbeiterstamm aufzubauen, der mit den Cyberkriminellen mithalten kann - und einige dieser Typen wollen sogar auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch Gras rauchen!" Er sei zwar absolut gegen Marihuana, aber das sei für seine Behörde ein Problem.

Tatsächlich scheint die Mehrheit der US-Amerikaner Hanf weniger strikt abzulehnen als das FBI. Im "Independent"-Artikel wird eine Studie aus dem Jahr 2016 zitiert, laut der fast 60 Prozent der US-Amerikaner eine Legalisierung von Marihuana befürworten würden. Unter jungen Amerikanern unter 35 liege diese Quote sogar bei knapp über 70 Prozent, bei Personen unter 70 entspricht sie dem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Mehrheitlich gegen eine Legalisierung sind vor allem US-Bürger über 70 und ausgewiesene Anhänger der republikanischen Partei.

 krone.at
Redaktion
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