Sa, 25. November 2017

Fünf Monate bedingt:

22.03.2017 15:35

Gutachter bei Ortsaugenschein verprügelt

Vor Gericht erlebt man ja viele Sachen, aber dass ein Gutachter verprügelt wird, gibt dem Ganzen noch einmal eine neue Dimension. So geschehen in einem Spital bei einem Ortsaugenschein. "Ich hab mich bedrängt gefühlt. Es war bedrohlich!", erklärt der angeklagte Landwirt.

Der 58-Jährige hatte eine Zivilklage eingereicht, nachdem er in einem Spital, wo er nach einem Motorradunfall behandelt worden war, aus einem Rollstuhl gefallen war und dabei schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Bei dem Treffen im Krankenhaus ging es darum, sich die Situation vor Ort anzusehen und zu klären, ob die Sorgfaltspflicht verletzt worden war. Doch so weit kam es nicht.

Faustschläge gegen den Kopf
Denn als Gutachter, Richter und Co. auf den Kläger zukamen, legte sich bei diesem scheinbar ein Schalter um. Er packte den Sachverständigen, drückte ihn gegen einen Getränkeautomaten und versetzte ihm Faustschläge auf den Kopf. Dann schnappte er sich auch den Richter: "Ich dachte nur, hoffentlich kommt da jetzt kein Schlag", erzählt der Bedrohte am Mittwoch vor Gericht in Graz.

"Es tut mir leid. Ich habe mich bedrängt gefühlt", erklärt der Angeklagte. Sein Verteidiger, der auch sein Sachwalter in Gerichtsbelangen ist, ergänzt: "Er leidet an verminderter Belastbarkeit unter Stress und emotionaler Labilität."

Fünf Monate bedingt, "weil es schon eine gewichtige Tat war", begründet der Richter. Der 58-Jährige bedankt sich und nimmt das Urteil sofort an.

Eva Stockner, Kronen Zeitung

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