Di, 21. November 2017

Fahren statt laden

21.03.2017 23:35

ACM City eTaxi: Alle Elektroprobleme gelöst?

Eine fehlende Ladeinfrastruktur und lange Ladezeiten sind die größten Probleme der E-Mobilität. Ein Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie man beide Nachteile in den Griff kriegen kann.

Adaptive City Mobility (ACM) zeigt auf der Cebit in Hannover (bis 24. März) mit dem City eTaxi ein rein elektrisches Leichtbaumobil für den städtischen Einsatz. Der Micro-Stromer soll einfach, effizient und wirtschaftlich sein und einen kurzfristigen Batterietausch erlauben.

Bei dem City eTaxi handelt es sich um ein nur 3,30 Meter kurzen Dreisitzer, bei dem große Plexiglastüren maximalen Einblick in die Fahrgastzelle erlauben. Dort gibt es mittig platziert einen Fahrersitz. Die beiden seitlich versetzten Fondsessel dahinter erlauben es den Fahrgästen, trotz der kurzen Karosserie relativ viel Beinfreiheit genießen zu können - der Fahrer sitzt praktisch zwischen den Beinen der Passagiere. Eine Konfiguration, die man in ähnlicher Form auch vom einstiegen E-Pionier Mia Electric kennt. Und wie die Mia kann auch das eTaxi viel Gepäck transportieren. Ein 360 Liter großer Kofferraum wächst nach der Demontage der Rücksitze auf 1300 Liter. Die Zuladung soll 380 kg betragen.

Das ist ein beachtlicher Wert in Relation zum Leergewicht ohne Akkus, das von ACM mit 450 kg angegeben wird. Doch auch die in einem herausziehbaren Kasten im Fahrzeugboden untergebrachte Batterie ist vergleichsweise leicht. Sie besteht aus sechs jeweils 15 kg schweren Lithium-Ionen-Paketen mit je 1,9 kWh. Samt crashsicherer Batteriewanne wiegt der Stromspeicher rund 100 kg. Angetrieben wird das Leichtgewicht von einem 14 kW/19 PS starken E-Motor, der das eTaxi auf maximal 90 km/h beschleunigt. Die Reichweite soll bis zu 160 Kilometer betragen.

Die einzelnen und handlichen Batteriepakte lassen sich kurzfristig tauschen. Eine Ladeinfrastruktur und lange Ladezeiten wären damit überflüssig. An eine Steckdose angeschlossen, würde die Ladezeit gut sechs Stunden dauern. Die Idee mit Wechselakkus ist allerdings nicht neu. Das 2013 aufgelöste US-Unternehmen Better Place hatte einst in Kooperation mit Renault entsprechende Fahrzeuge und Wechselstationen in Israel und Dänemark betrieben.

Bei ACM träumt man davon, ein umfassendes Elektromobilitätssystem in ähnlicher Weise aufzubauen. Der Ansatz soll neben dem E-Auto mit Batteriewechselsystem auch den Aufbau von Akkuwechselstationen umfassen und zudem Taxi-Betreiber, Energieversorger und Endnutzer in das ganzheitlich gedachte Mobilitätskonzept einbeziehen.

(SPX)

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