Mo, 23. Oktober 2017

Spezialeinheit

21.03.2017 16:46

Oberösterreich rüstet sich gegen Cyber-Spionage

Ein aufgedeckter Fall von Betriebsspionage in einer Firma in Perg zeigt, wie rasch Unternehmen zu Opfern werden können. In Oberösterreich rüstet man seit dem Vorjahr massiv gegen solche Tätergruppen auf, richtete dazu beim Amt für Verfassungsschutz neue Sondereinheiten ein. Man sucht noch nach IT-Experten und Analytikern.

Der Spionagethriller in Perg ist - wie ausführlich berichtet - gerade noch gut ausgegangen: Ein 29-jähriger Mitarbeiter und dessen zwei Komplizen wurden gefasst, kurz bevor sie Entwicklungsgeheimnisse des Gabelstaplerherstellers um Hunderttausende Euro an ausländische Konkurrenten verkaufen konnten und damit die Existenz des Unternehmens mit 150 Beschäftigten ruiniert hätten.

Der Hauptverdächtige hatte dazu geheime Daten vom Firmenrechner heruntergeladen. Durch einen Tipp war der Spion aufgeflogen, wurde von der neuen Sondereinheit der oberösterreichischen Polizei observiert und überführt.

Größer ist allerdings die Gefahr, dass Wirtschaftsspione als Hacker an geheime Firmendaten herankommen. "Deshalb haben wir schon im Vorjahr die Spezialeinheit aufgestellt, seit 1. März gibt es nun auch offiziell die Planposten dazu", berichtet Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und erklärt: "Wir suchen noch junge Leute mit abgeschlossenem Studium, haben bereits sehr fähige Interessenten im Probebetrieb."

Neben Spionageabwehr werden die neuen Spezialeinheiten beim Verfassungsschutz auch zur Terrorismusbekämpfung eingesetzt und müssen sich im In- und Ausland mit Extremismus und radikalen Islam befassen. Dazu braucht man sprachkundige Experten, die das offene Internet überwachen, Analytiker und eine Software zur Gesichtserkennung, um Verdächtige auf Überwachungsvideos herausfiltern zu können. "Seit den jüngsten Terroranschläge ist das Verständnis für solche Maßnahmen da", erhält Pilsl Rückendeckung.

Johann Haginger, Kronen-Zeitung

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