Do, 23. November 2017

„Laus komm raus!“

22.03.2017 07:07

Krabbleralarm: Eltern zwischen Panik und Kratzen

"Laus, Laus, komm heraus …" Wenn aus dem lustigen Kinderreim bitterer Ernst und auf der Infotafel im Kindergarten oder der Schule davor gewarnt wird, dass Läuse aufgetreten sind, geraten viele Eltern in Panik. Wir verraten, wie sie die verlauste Zeit überleben!

Im Kindergarten oder in der Schule ist bei einem oder mehreren Kindern Kopflausbefall aufgetreten. Die Chancen stehen also äußerst gut, dass auch das eigene Kind, das mit seinen langen Haaren ständig den Kopf mit der besten Freundin zusammensteckt, betroffen ist. Damit beginnt eine Zeit, in der jedes Kratzen einen nervös werden lässt, vorsorglich die gesamte Bettwäsche gewaschen und eigentlich die gesamte Wohnung desinfiziert wird. Von eingefrorenen und beim Auskochen gekillten Stofftieren ganz zu schweigen.

Kleiner Trost: Kopfläuse sind zwar sehr lästig, aber vollkommen ungefährlich. Möglicherweise ist das Kind auch gar nicht betroffen.

Conditionermethode: Nissen finden leicht gemacht!
Um festzustellen, ob am Kopf ihres Nachwuchses krabbelnde Mitbewohner eingezogen sind, muss dieser gründlich untersucht werden. Läuse selbst sind leider schwer zu entdecken, weil sie äußerst flink sind. Deshalb schaut man, ob Nissen, das sind die Eier der Läuse, an den Haaren kleben. Diese wurden von einem Läuseweibchen über der Kopfhaut auf die Haarschäfte geklebt. Je länger der Befall schon andauert, desto höher sitzen die weißgelblichen bis grauen Schalen.

Die Haare werden dafür Strähne für Strähne geteilt und kontrolliert. Besonders genau schauen sollte man hinter den Ohren und im Nacken. Denn das sind die beliebtesten "Kuschelplätze" der Minischreckgespenster. Einen starken Befall stellt man meistens schon mit dieser Untersuchung fest. Außerdem dürfte sich das Kind zu diesem Zeitpunkt längst ausgiebig am Kopf kratzen und die von Ihnen angenommene Allergie auf das neue Elfenglitzershampoo ist in Wahrheit Lausbefall.

Eine weitere sehr empfehlenswerte Methode ist es, die Haare des Kindes vorsorglich gleich einmal mit einem feinzinkigen Nissenkamm auszukämmen. Viele Eltern schwören dabei auf die Conditionermethode für langhaarige Kinder. Dafür werden die Haare zuerst nass gemacht und dann gut mit Haarconditioner eingerieben. Mit einem Nissenkamm werden die Haare nun Strähne für Strähne ausgekämmt und die Paste auf ein weißes Tuch gestrichen. Sie werden garantiert erkennen, wenn es sich dabei um eine Nisse handelt. Der Vorteil ist auch, dass Sie vielen damit schon den Garaus gemacht haben. Gerüchten zufolge lähmt der Conditioner zudem Läuse, sodass auch diese leichter entdeckt werden können.

So wird man Läuse am schnellsten los
Keine Läuse oder Nissen gefunden? Gratulation! Damit das so bleibt, sorgen Sie dafür, dass der Kopf ihres Kindes möglichst "dreckig" bleibt. Das heißt, verzichten Sie eine Weile auf täglich Haarwäschen. Läuse ziehen frisch gewaschene, saubere Köpfe vor. Besorgen Sie außerdem einen Anti-Läusespray, mit dem der Kopf des Kindes 12 Stunden lang geschützt ist.

Für den anderen Fall müssen Sie jetzt auch sich und den Rest der Familie kontrollieren. Der Mythos, dass Erwachsene nicht befallen werden, stimmt nämlich nicht und das eingebildete Jucken, dass man immer bekommt, wenn über Läuse gesprochen wird, ist doch kein Hirngespinst. Sie benötigen jetzt Läuseshampoo in ausreichender Menge für alle Familienmitglieder, die betroffen sind. Für lange Haare brauchen Sie eine Tube! Es gibt dabei Shampoos, die eine Stunde einwirken müssen. Für kleinere Kinder, die nicht so viel Geduld haben, sind Shampoos mit zehnminütiger Einwirkzeit empfehlenswerter. Tipp: Lassen Sie sich vom Kinderarzt oder der Kinderärztin beim nächsten Besuch ein Rezept schreiben und kaufen Sie die Shampoos auf Vorrat, sodass es im Notfall gleich angewandt werden kann.

Sobald Sie mit der Haarwäsche fertig sind, wird alles gut! Versprochen! Die Mittel töten die Parasiten ab. Was Sie aber nicht können, ist alle Nissen zu entfernen. Das heißt, Sie müssen wieder mit dem Nissenkamm ran. Damit das nicht in Tränen endet, weil Lausshampoos die Haare leider sehr struppig machen, empfiehlt es sich, dem Kind davor eine Haarpflege ins Haar zu geben. Wiederholen Sie das Auskämmen alle paar Tage und kontrollieren Sie weiter regelmäßig den Kopf des Kindes.

Müssen Stofftiere und Kissen ebenfalls "behandelt" werden?
Ob man Gegenstände, die das Kind benützt hat, ebenfalls mitbehandeln muss, darüber scheiden sich die Geister. Fakt ist: Eine Laus, die sich nicht mehr auf einem Wirt befindet und Blutnahrung bekommt, stirbt nach spätestens zwei Tagen. Und: Wissenschaftler haben in Hauben und auf Stofftieren kaum Läuse gefunden.

Wenn sie aber auf Nummer sicher gehen wollen - es beruhigt einfach die sowieso schon angeschlagenen Nerven - dann stecken Sie Kuscheltiere, Kissen und Hauben, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden können, für einige Tage in einen Plastiksack. Der potenziellen Laus am Lieblingskuscheltier den Garaus macht man am besten, indem man es ins Tiefkühlfach legt. Bettwäsche und Handtücher einfach bei 60 Grad waschen.

Pamela Fidler-Stolz
Redakteurin
Pamela Fidler-Stolz
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden