Sa, 21. Oktober 2017

Lebenshilfe-Projekt

20.03.2017 15:58

Selbstständig in den eigenen vier Wänden

Anfang des Jahres zogen acht Bewohner des Lebenshilfe-Wohnhauses in Pradl in fünf kleine Stadtwohnungen ein. Dort wohnen sie Tür an Tür mit anderen "inkludiert". Inklusion ist das Gegenteil von Ausgrenzung. Es bedeutet Zugehörigkeit im öffentlichen Leben, in der Schule, am Arbeitsplatz und im Wohnviertel.

Peter hat zum ersten Mal in seinem Leben einen eigenen Briefkastenschlüssel. Damit kann er einerseits seine eigene Post holen, andererseits kann dieser Schlüssel aber auch Sinnbild sein: für mehr Selbstbestimmtheit, Würde und Privatsphäre. Denn Peter ist einer der acht Bewohnern des neuen Projekts "Begleitetes Wohnen" in Innsbruck. Dort leben Menschen mit Behinderungen weitgehend selbstständig in Zweier-Wohngemeinschaften oder alleine in ganz normalen Wohnungen.

Assistenten unterstützen

Unterstützung bekommen sie dabei von Assistenten, die ihnen helfen den Alltag zu organisieren. Dabei gibt es große Unterschiede zu den gängigen Wohngruppen, wo oft fünf oder sechs Menschen zusammen leben.

Was kann ich selber?

"Die Bewohner werden begleitet, nicht betreut," erklärt Antonia Hablitzel, Leiterin des Wohnprojekts. "Sie überlegen sich selbst, was sie essen, einkaufen oder anziehen wollen. Daraus ergeben sich auch ganz oft die Folgefragen ’Wo brauche ich tatsächlich Hilfe und was kann ich selber?’", schildert Hablitzel. "Alleine in den letzten zwei Monaten lässt sich dadurch eine sehr positive Entwicklung der Bewohner feststellen. Verhaltensweisen ändern sich und Ängste werde weniger", freut sich die Projektleiterin über die ersten Erfolge.

Nachbarn verlieren Berührungsangst

Gleichzeitig führt es auch zu mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Anfängliche Berührungsängste der Nachbarn werden immer weniger und machen deutlich: Inklusion ist nicht nur realisierbar, sondern die Zukunft.

Anna Haselwanter, Kronen Zeitung

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