Fr, 19. Jänner 2018

Immer mehr überleben

20.03.2017 13:31

Neue Therapie bei Schlaganfall

24.000 Österreicher erleiden pro Jahr einen Hirninfarkt. Die Tendenz ist steigend, weil wir immer älter werden und das Erkrankungsrisiko mit den Jahren zunimmt. Seit kurzem gibt es eine neue, vielversprechende Behandlung, bei der das Gerinnsel aus dem Blutgefäß gezogen wird.

Bereits seit 15 Jahren ist es möglich, das Schlaganfall auslösende Blutgerinnsel in den Gehirngefäßen mit Medikamenten  aufzulösen (intravenöse Thrombolyse) - ein Meilenstein in der Behandlung. "Rund zehn Prozent der Patienten haben aber einen Verschluss in den großen Gehirngefäßen. Ihnen konnten wir mit der Thrombolyse nicht oder nur selten helfen", berichtete Neurologin Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien, im Vorfeld der 14. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie. Seit kurzem gibt es für diese Menschen neue Hoffnung: Die mechanische Gerinnsel-Entfernung, endovaskuläre Thrombektomie genannt. "Dabei wird der Verschluss mit einem Katheter, der in der Leiste eingeführt und bis zum Gehirn geschoben wird, aus dem Gehirngefäß herausgezogen", erklärt die Fachärztin. Die Zahl der so behandelten Fälle steigt ständig: Waren es im Jahr 2011 noch weniger als 200 Interventionen in Österreich, so wurden 2016 bereits mehr als 1000 Eingriffe dieser Art durchgeführt.

Derzeit gibt es zehn Spezialzentren
"Aufgrund der nötigen Infrastruktur und der Qualitätsanforderungen ist das neue Therapieangebot auf einige spezialisierte Zentren konzentriert - in Österreich sind es derzeit zehn Standorte. Das setzt nicht zuletzt ein gut funktionierendes Transportwesen voraus, was hierzulande der Fall ist", so Prim. Fertl. Diese positiven Entwicklungen haben zur Folge, dass immer mehr Menschenleben gerettet und schwerste Behinderungen verhindert werden können.

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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