Di, 21. November 2017

Untreue und Betrug?

20.03.2017 08:18

ASKÖ-Affäre wieder vor Gericht

2012 platzte der Skandal beim SP-nahen Sportverband ASKÖ: Krumme Geldflüsse und Tricksereien mit Fördergeld kamen ans Licht. Schaden: 240.000 Euro. 2016 begann der Prozess gegen Ex-Präsident Franz Karner und zwei Ex-Führungskräfte. Nach einer langen Pause samt Richter-Wechsel geht es Mittwoch weiter.

Untreue und Betrug: Das wird Ex-Präsident Karner, dem Ex-Landesgeschäftsführer und dem Ex-Finanzreferenten (alle 68) der ASKÖ vorgeworfen. Bei Prozessbeginn im März des Vorjahres war sich das Trio einig: "Nicht schuldig!" Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Förderungen seien teils doppelt angefordert, das Geld für alles mögliche verwendet worden. Nur nicht für den eigentlichen Verwendungszweck. Besonders gut in Erinnerung: der 1200 Euro feine Zwirn für Karner, bezahlt vom Verein. Im Mittelpunkt steht aber der Sportbauernhof im oberösterreichischen Waldzell. Das Grundstück hat der damalige ASKÖ-Chef 2003 als Privatmann gekauft und verpachtet.

Ausgerechnet an "seinen" Sportverband samt Baurechtsvertrag über 30 Jahre: 17.000 Euro landeten so jedes Jahr auf Karners Konto. Nach drei Jahrzehnten fiele die Sportanlage laut Vertrag Karner zu auch das was mit Steuergeld errichtet wurde. Dinge wie eine Wasseraufbereitungsanlage, ein Schwimmdach oder eine Fußbodenheizung. Die Errichtung auf dem Grund des Privatmanns und ex-aequo Präsidenten kostete dem Verein 40.000 Euro. In Summe übersteige der Schaden allein aus der Sportbauernhof-Causa die 100.000-Euro-Marke.

Ab Mittwoch wird "gebohrt"
Weitere Betrugs-Fakten drehen sich um Schäden bei Gebietskörperschaften und ein Architekten-Honorar um 64.000 Euro für ein nie realisiertes Projekt. Warum es nicht schon ein Urteil gibt? Justiz-Mühlen mahlen langsam. Der damalige Richter Roland Finster ist jetzt Staatsanwalt. Der Fall wanderte zu Richter Christian Hochhauser. Der zudem einen neuen Gutachter bestellte. Ab Mittwoch wird im Landesgericht Salzburg weiter in der ASKÖ-Affäre gebohrt.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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