Do, 19. Oktober 2017

IS-Sympathisant

19.03.2017 05:01

„Er ist ein naives Würstel und völlig harmlos!“

Ein Linzer soll sich ein Jahr lang an der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) beteiligt haben: Der Mann soll Videos von Enthauptungen verbreitet und 50 Personen im Nahkampf trainiert haben. Am 27. März steht er vor Gericht. Laut seinem Anwalt Andreas Mauhart geht vom 32-Jährigen keine Gefahr mehr aus.

Ihr Mandant ist wegen Verbrechen der terroristischen Vereinigung, kriminellen Organisation, Vergehen nach dem Waffengesetz und Unterschlagung angeklagt.
Das klingt alles furchtbar dramatisch, tatsächlich war mein Mandant aber nur ein naives Würstel und völlig harmlos. Er hat nie gekämpft, niemandem wehgetan und keinen Menschen bedroht.

Er soll für den IS massiv Proganda gemacht haben?
Mein Mandant hat sich von der IS-Ideologie einlullen und verführen lassen. Doch das bereut er - davon hat er sich auch längst losgesagt.

Er ist ein vierfacher Familienvater, seiner Ehefrau soll er Tötungsvideos vorgeführt und ihr gegenüber auch die Ansicht vertreten haben, dass ein gläubiger Muslim nur in einem Land leben sollte, in dem die Scharia gilt.
Er ist in Linz geboren und österreichischer Staatsbürger. Er führt heute ein modernes Leben, seine Frau trägt keinen Schleier. Mein Mandant wurde nur angezeigt, weil er auf dem Balkon eine IS-Flagge hatte. Die hat er auch sofort weggetan und sich bereit erklärt, dass sie vernichtet wird. Wäre er ein blinder Fanatiker, hätte er das nicht zugelassen. Er sitzt ja nicht einmal in U-Haft.

Ihr Mandant soll 50 Personen für den Nahkampf ausgebildet haben?
Er hat im Bezirk Linz-Land in einer Kampfschule, die übrigens zigmal überprüft worden ist, Selbstverteidigungstrainings gemacht - vom Kind bis zur Oma war dort alles vertreten.

Der Mann soll auch Geld nach Palästina und Syrien überwiesen haben.
Er hat einem Flüchtlingsverein 70 Euro überwiesen.

Interview: Jürgen Pachner

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