Do, 19. April 2018

Polizei als "Kunde"

18.03.2017 16:55

Hausmeister wollte falschen Picasso verkaufen

Nach der Sicherstellung wertvoller Gemälde aus einem spektakulären Einbruchsdiebstahl in Wien erfuhr die "Krone" nun von einem weiteren Kunst-Krimi: Ein Hausmeister aus dem Burgenland hat versucht, gefälschte Bilder berühmter Maler - vorzüglich von Picasso - um insgesamt 71 Millionen Euro zu verkaufen.

Bereits von Jugend an interessiert sich Viktor G. (Name geändert) für Antiquitäten. Eine Leidenschaft, die er irgendwann zu seinem Nebenjob machte, indem er einen Flohmarktstand betrieb, über den er Gegenstände aus Verlassenschaften verkaufte. So wurden drei Männer (zwei Mazedonier, ein Slowene) auf ihn aufmerksam. Erzählten ihm von einem ehemals hochrangigen Politiker aus Serbien, der nun, in der Pension, einen Teil seiner Kunstsammlung 40 Werke von Picasso, Dalí, Chagall, Renoir etc. veräußern wolle.

Und sie baten den Hausmeister um Hilfe bei der Abwicklung ihrer Geschäfte. Der fühlte sich ob der Anerkennung seines Fachwissens geschmeichelt - so erklärt zumindest Verteidiger Tomanek die weitere Vorgehensweise seines Klienten. Und diese war wie folgt: Er engagierte einen (anderen) Anwalt, dem er Echtheitszertifikate zur Prüfung vorlegte, und suchte nach vermögenden Kunden für die Ware.

Scheinkaufgespräch mit der Polizei
Die Polizei bekam davon Wind, zog ebenfalls einen Anwalt hinzu und verabredete sich mit G. und seinen Kollegen in einem Hotel in Mannswörth in Niederösterreich zu einem Scheinkaufgespräch. Bezüglich eines elf Millionen Euro teuren Picasso-Bilds namens "Mandoline Girl". Das Werk: eine Fälschung, genauso wie die anderen von den "Kunsthändlern" angebotenen Gemälde.

Viktor G. und seine Partner wurden mittlerweile wegen versuchten schweren Betrugs angeklagt - Prozess noch vor dem Sommer.

Martina Prewein, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden