Di, 21. November 2017

Kellnerin belästigt

18.03.2017 11:44

„Sex - oder Kündigung“: Restaurantchef verurteilt

"Ich will Sex mit dir, oder du wirst gekündigt" - für diese Drohung gegen eine Serviceangestellte wurde jetzt der Chef einer Pizzeria in der Schweiz verurteilt. Er behauptete zwar vor Gericht, die Bemerkung sei nicht ernst gemeint gewesen und nur im Spass gefallen, doch das half ihm nichts. Aber auch die Kellnerin und ihr Lebensgefährte wurden verurteilt, nachdem sie versucht hatten, den Restaurantbesitzer zu erpressen.

Die Studentin hatte seit 2014 in der Pizzeria im Schweizer Kanton Aarau gearbeitet, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren. "Ich habe rasch gemerkt, dass dort etwas nicht in Ordnung war", sagte ihr Freund (33) diese Woche vor dem Bezirksgericht Aarau. So soll der Besitzer der Pizzeria (43) die Studentin mit anzüglichen Bemerkungen traktiert haben. Auch soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Zudem habe er die Serviceangestellte aufgefordert, im kurzen Rock und mit Strapsen zur Arbeit zu kommen, berichtet das Schweizer Onlineportal "Watson". "Die Vorfälle fanden statt, wenn sonst niemand anwesend war", heißt es in der Anklageschrift. Und: "Aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Beschuldigten getraute sie sich nicht, sich stark gegen diesen zu wehren."

"War alles nur Spaß"
Der Pizzeria-Chef gab die anzüglichen Bemerkungen zu, körperliche Übergriffe stritt er aber ab. "Das war aber alles nicht ernst gemeint und nur Spaß", verteidigte sich der 43-Jährige. Er gab sich überzeugt, dass die Studentin dies auch begriffen habe. "Sie lachte bei den Sprüchen, auch als ich scherzhaft sagte, ich wolle Sex mit ihr oder würde sie entlassen", sagte er vor Gericht. Der Richter schenkte ihm teilweise Glauben, verurteilte ihn allerdings zu einer Geldstrafe von 500 Franken (466 Euro).

Allerdings wurde auch der Lebensgefährte der Studentin schuldig gesprochen. Sie hatten nämlich heimlich Tonaufnahmen der anzüglichen Bemerkungen angefertigt und anschließend versucht, den Restaurantbesitzer zu erpressen. Der Freund der Studentin hatte von ihm 25.000 Franken gefordert, sonst würde er mit den Aufnahmen zur Polizei gehen. Als sich der Pizzeria-Chef weigerte, zeigte ihn der gebürtige Pole an - was das Verfahren erst auslöste. Das Gericht verurteilte ihn und die Studenin wegen versuchter Erpressung zu 7900 Franken (7362 Euro) Geldstrafe.

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Redaktion
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