Di, 21. November 2017

Steirische Familie

17.03.2017 21:23

Die „Wipfelstürmer“ ohne Furcht und Schwindel

Dort, wo kein Traktor, kein Harvester oder Schreitbagger mehr zum Einsatz kommt, müssen "Die Schuttis" übernehmen: In waghalsigen Manövern, oft unter enormem Zeitdruck, arbeiten Vater Fritz und Sohn Christian echte "Problembäume" auf. Dabei ist den steirischen Holzfällern kein Fall zu heikel.

Die Waldernte in unzulänglichen Lagen ist der Lieblingsspielplatz der Schuttis. "Desto schwieriger, desto besser", lacht der 60-jährige Fritz Schutti. "Normale Aufträge nehmen wir gar nicht an."

(Galgen-)Humor hat der Holzfäller in dritter Generation, an Mut fehlt’s ebenso nicht: "Bis zu 40 Meter geht es oft mit der Hebebühne in die Höhe, und dann muss man mitunter mit dem Seil noch weiter hinauf. Höhenangst darf man keine haben", sagt Schutti.

Aufträge, die einen gewissen Nervenkitzel mit sich bringen, haben es auch Sohn Christian angetan: "Gemeinsam haben wir 45 Motorsägen, alles wird mit Hand gemacht", betont der 4-fache Familienvater. "Oft geht es auch um Zeit. Wenn wir etwa entlang einer ungesperrten Eisenbahntrasse Dutzende Bäume fällen müssen, ohne dass sie auf den Gleisen landen."

Schwer verletzten Finger gleich selber geschient...
Namhafte Kunden wie die Energie Steiermark, die GKB und die Holding Graz schwören auf die Holzfällerfamilie aus dem weststeirischen Stallhofen. Gröbere Unfälle blieben bislang aus: "Einmal hab’ ich mir einen Teil des Fingers abgerissen. Den haben wir aber gleich selber geschient, und ich konnte weiterarbeiten", erzählt Fritz Schutti. Überhaupt ist der 60-Jährige hart im Nehmen: "Gearbeitet wird das ganze Jahr über sechs Tage die Woche. Spezialkleidung trage ich keine, nicht einmal im Winter eine lange Unterhose", schmunzelt der "Wipfelstürmer". "Und ich war noch keinen einzigen Tag in meinem Leben im Krankenstand!"

Barbara Winkler, Kronen Zeitung

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