Mo, 20. November 2017

Drama um Mutter

18.03.2017 06:00

Sanitäter belasten Spitalsärztin

Nach einer falschen "Migräne"-Diagnose in einem Linzer Spital starb eine zweifache Mutter (36) an einem Aneurysma-Riss im Gehirn. Dieser Fall erschütterte Ende des Jahres das ganze Land. In Zusammenarbeit mit der "Medical Tribune" recherierte die "OÖ-Krone" nun die genauen Hintergründe. Eine Ärztin wird massiv belastet!

Die "Krone" deckte das Drama von Bad Zell auf: In den Morgenstunden des 18. November wurde Sabine W. durch starken Kopfschmerzen aufgeweckt. Sie hatte Lähmungserscheinungen im Fuß und in die Fingern, spürte sie nicht mehr und musste außerdem erbrechen. Ihre Mutter, die in der Nähe wohnt und selbst Krankenschwester ist, rief sofort die Rettung. Sie wies das Team ausdrücklich auf die Lähmungen hin.

Sabine W. wurde wegen dieser Symptome eigens in die Notfallambulanz der Barmherzigen Brüder in Linz gebracht, dort von 5.50 Uhr bis 7.15 Uhr früh von einer Ärztin in Ausbildung untersucht, dann aber mit der falschen Diagnose "Migräne" heimgeschickt. Am Nachmittag brach sie zu Hause zusammen, wurde, wie von uns berichtet, zwölf Stunden nach der Untersuchung bei den Brüdern in die Nervenklinik eingeliefert, wo Sabine W. am nächsten Tag an den Folgen eines Aneurysma-Risses im Gehirn starb.

Die Staatsanwaltschaft Linz leitete nach dem "Krone"-Bericht Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Dabei wurden auch jene beiden Sanitäter einvernommen, die Sabine W. damals ins Spital brachten. Beide geben an, dass die 36-Jährige gegenüber der Ärztin nur von starken Kopf- und Nackenschmerzen gesprochen habe. Beide Sanitäter sagten aber auch aus, dass sie das Spitalspersonal extra auf die Lähmungssymptome hingewiesen hätten. Anwalt Johannes Hintermayr vertritt den Witwer und dessen Kinder als Privatbeteiligte im Strafverfahren gegen die Medizinerin. Er sagt: "Die Ärztin hat es zumindest grob fahrlässig unterlassen, trotz eindeutiger Symptome die erforderliche CT-Untersuchung oder eine stationäre Aufnahme im Spital zu veranlassen, wodurch die richtige Diagnose eines Aneurysmas rechtzeitig erkannt hätte werden können."

Mittlerweile wurde ein gerichtlicher Gutachter bestellt, das Ergebnis dieser Expertise steht noch aus.

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