So, 22. April 2018

Marseille atmet auf

31.10.2006 12:46

Festnahmen nach Anschlag auf Bus

Die französische Polizei hat am Dienstag im Zusammenhang mit einem Brandangriff auf einen Bus in Marseille fünf Personen festgenommen. Vorwiegend Jugendliche hatten den Bus am Samstagabend mit Brandsätzen angegriffen und eine 26-jährige Frau dabei lebensgefährlich verletzt. Innenminister Sarkozy hatte danach härtere Strafen für derartige Übergriffe angekündigt.

In den vergangenen Wochen wurden rund ein halbes Dutzend Busse von Randalierern in Brand gesetzt. In anderen Fällen wurden die Fahrzeuge zuvor evakuiert. Die Angriffe stehen vermutlich im Zusammenhang mit dem Jahrestag der schweren Vorstadtunruhen in Frankreich.

Auslöser der Krawalle vor einem Jahr war der Tod von zwei Jugendlichen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois, die auf der Flucht vor der Polizei einen tödlichen Stromschlag erlitten. Die anschließenden wochenlangen Unruhen griffen auch auf andere französische Großstädte über.

Verdächtige zwischen 15 und 17 Jahre alt
Bei den Festgenommenen handelt es sich um Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie wurden demnach "auf Basis von Zeugenaussagen" in den frühen Morgenstunden bei Durchsuchungen in den Wohnsiedlungen Cité des Lilas und Cité des Oliviers in Polizeigewahrsam genommen.

Laut Staatsanwaltschaft ist der Großteil der Festgenommenen der Polizei durch Diebstahl- oder Einbruchdelikte bekannt. Innenminister Sarkozy hatte am Montag eine baldige Festnahme der Täter angekündigt und "exemplarische Strafen" für sie verlangt.

Am Freitag hatte sich der Tod von zwei Jugendlichen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois gejährt, die auf der Flucht vor der Polizei in einem Stromtransformator umgekommen waren. Der Vorfall hatte im Herbst 2005 landesweite Krawalle in Frankreich ausgelöst.

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