Fr, 15. Dezember 2017

Die neue Formel Eis

19.03.2017 06:00

Auch die Stars gönnen sich gerne einen Gupf Gelato

In der Genuss-Liga hat Gefrorenes längst die Poleposition erreicht. Auch Stars zeigen sich gerne Eis schleckend oder löffelnd oft völlig unbeeindruckt von den aktuellen Abkühl-Trends.

Hätten Sie so etwas gern im Waffel-Becher? Eis aus Roten Rüben, Bärlauch, Avocados, dunklem Brot oder Grammeln? Ja, doch, lag alles schon in den Vitrinen. Wenn jetzt im Frühling die Salons wieder die Tore öffnen, schießen die originellen Gelato-Trends aus dem Boden wie die Maiglöckchen. Die Idee, cremig-gefrorenes Gemüse auf die Stanitzel zu gupfen, galt in den letzten beiden Jahren als große Innovation. Jetzt zieht die rastlos nach Neuem gierende Branche wieder weiter, heuer dürfen wir uns auf exotische Aromen freuen. Groß im Kommen sind Guave, Granatapfel, Wacholder und Orangenblüten.

Kurt Tichy, einer der Pioniere des Eismachens, dessen Vater das Geschäft vor 62 Jahren am Reumannplatz in Wien-Favoriten gegründet hat, tüftelt bereits an einer ausgefallenen Sorte, die er in Kürze vorstellen will. Einstweilen experimentiert er noch mit der Anden-Brombeere und der Tropenfrucht Guanabana. "Österreicher bevorzugen aber die Klassiker Vanille, Schokolade, Erdbeere und Haselnuss", erzählt der Meister, "durch die hohe Qualität hat es bei uns auch einen gewissen Nährwert." 30 Prozent seines Umsatzes macht Tichy ohnehin mit den Eismarillenknödeln: "Das war ein Jahrhundert-Treffer, so was gelingt nur selten."

Für neue Eiscreme-Moden fällt der Startschuss Jahr für Jahr im Jänner auf der größten europäischen Konditoren-Messe, der SIGEP in Rimini. Was dort auffiel: die Lust am Kombinieren gegensätzlicher Geschmäcker. Da gibt es zum Beispiel salzige Erdnüsse in cremigem Obers oder Eis mit Zimt, Chili, Schokolade und Müsliflocken. Etwas weniger spektakulär, aber umso nachhaltiger ist der Trend zu ethisch verantwortungsvoll hergestelltem Eis, für das also lokale Produkte plus Fair-Trade-Vanille und Öko-Kakao verwendet werden.

Damit können sich auch ausgewiesene Eis-Fans wie die Models Heidi Klum, Alessandra Ambrosio, Bella Hadid und Chrissy Teigen identifizieren. Das mittlerweile erwachsen gewordene Party-Fräulein Paris Hilton sowie die Schauspielerinnen Salma Hayek und Hilary Duff schlecken ebenso in der Öffentlichkeit ganz ungeniert am Stanitzel. Oder sie löffeln lieber, wie es Aktrice Allison Williams und die britischen Royals Camilla Bowles und Prinz Charles immer wieder tun. Wenngleich solche Bilder mit übergestülpten Lippen selten vorteilhaft aussehen, die Anhänger von frostigen Köstlichkeiten tangiert das wenig.

Was die Sorten betrifft, stehen Celebrities mehr auf Altbewährtes. Dazu gehören mittlerweile auch die Frozen Yogurts, die sich durch weniger Zucker und somit weniger Kalorien auszeichnen. Groß angesagt in der eben anlaufenden Saison sind die bunten Eis-Lollies: Lutscher aus frisch gepressten Säften, die mit ganzen Früchten aufgepeppt werden. Hier dürfen sogenannte Superfoods, etwa Chia-Samen und Goji-Beeren, nicht fehlen. Auch die Frei-von-Kreationen, speziell solche, die man ohne tierische Lebensmittel und natürlich ohne Zusatz von Aromen herstellt, erleben einen echten Zulauf. Veganerinnen wie Jennifer Lopez, Natalie Portman und Pamela Anderson freut's.

Bei uns warten eingefleischte Nasch-Tiger noch auf das gefrorene Must-have aus New York, nämlich pechschwarzes Eis. Es schmeckt nach Vanille und besteht aus Kokosflocken, Kokosmilch und aus Asche. Ja, die kommt von den verbrannten Kokoskernen und ist Aktivkohle, die dem Körper, speziell der Verdauung, guttut. Bloß auf der Straße sollte man dieses Kuriosum nicht naschen. Es färbt Zähne und Zunge schwarz.

Karin Schnegdar, Kronen Zeitung

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