Mi, 18. Oktober 2017

Termin bei der Bank

14.03.2017 11:30

Kreditgespräch: Was Sie unbedingt wissen sollten

Es ist nicht unbedingt die angenehmste Art von Gespräch, die man in einer Bank führen kann: das Kreditgespräch. Entweder man ist in einer Bittsteller-Position und hat kaum Spielraum oder man muss hart verhandeln, um die besten Konditionen herauszuholen. Die Arbeiterkammer gibt Tipps, worauf man beim Kreditgespräch achten sollte.

Vorbereitung
Je genauer Sie das Gespräch planen, desto besser stehen auch Ihre Chancen dieses erfolgreich abschließen zu können. Erkundigen Sie sich daher über mögliche Kreditformen, fertigen Sie eine - ehrliche - Aufstellung all Ihrer Ein- und Ausgaben an und machen Sie sich Gedanken über eine mögliche Kreditlaufzeit, für Sie leistbare Rückzahlungsraten und fällige Nebenkosten wie Notariatsspesen, etc. Nehmen Sie all Ihre Unterlagen zum Gespräch mit und denken Sie auch an Vermögens- und Einkommensnachweise.

Rechnen Sie durch, welche Kreditrate Sie sich wirklich leisten können. Seien Sie dabei realistisch, damit Sie jedenfalls noch Geld für unvorhergesehene Ausgaben zur Verfügung haben - denn diese kommen immer! Zu beachten ist bei variabler Verzinsung, dass bei steigenden Zinsen auch die monatliche Kreditratenbelastung höher wird. Auch dafür sollte ein ausreichender finanzieller Polster vorhanden sein.

Vergleichen
Holen Sie verschiedene Angebote ein. Die wichtigen Werte dabei sind der Effektivzinssatz und der zu zahlende Gesamtbetrag, denn der effektive Jahreszinssatz muss auch die Gebühren und Spesen der Bank berücksichtigen. Auch die einmaligen Kosten sollten genau verglichen und nachverhandelt werden. Dazu zählen unter anderem eine Bearbeitungsgebühr oder Gebühren für Sicherstellungen. Auch die Vertragsinhalte müssen Sie vorab auf den sogenannten Vorvertraglichen Informationen ausgehändigt bekommen, damit Sie die Regelungen vergleichen können. Insbesondere Zinsbindungen, Pönalen und Regelungen bei Zahlungsverzug sind wichtig. Auch ein Tilgungsplan sollte mit ausgegeben werden.

Verhandeln
Sie sollten die Höhe des Zinssatzes verhandeln. Das können Sie über die Höhe des Aufschlags, der sogenannten Marge, tun. Die Marge wird auf den Referenzzinssatz, also beispielsweise den 3-Monats-Euribor, aufgeschlagen. Sie ist umso niedriger, je besser der Kunde und die Besicherungssituation. Sie sollten daher alles tun, um als kreditwürdig zu erscheinen. Legen Sie ausreichend Vermögensnachweise oder Einkommensnachweise vor. Auch sollten Sie Fixzinsvereinbarungen anfragen, um im aktuellen Niedrigzinsumfeld so gut wie möglich abgesichert zu sein und zu profitieren. Beachten Sie allerdings, dass vorzeitige (Teil-)Tilgungen unter Umständen nur nach Ende einer Fixzinsperiode zulässig sein können.

Vergleichen Sie darüber hinaus die geforderten Sicherheiten und die dafür anfallenden Kosten. Besteht eine Bank auf dem Neuabschluss einer Versicherung, obwohl auch bestehende Verträge verwendet werden können, kommt Sie das automatisch teurer. Verträge, die verwendet werden können, sind Kapitallebensversicherungen, bei denen schon ein Rückkaufswert vorhanden ist, oder bestehende Ablebensversicherungen.

Seien Sie sich jedoch bewusst, dass dieses Geld dann zumindest während der Dauer der Finanzierung nicht dem ursprünglichen Zweck zur Verfügung steht. Wurde die Ablebensversicherung für die Familienabsicherung abgeschlossen, kann der Abschluss eines weiteren Vertrags Sinn machen. Genauso bei einer Pensionsvorsorge: Hier sind Verpfändungen bei geförderten Verträgen steuerschädlich. Auch muss damit gerechnet werden, dass die Bank die Besicherung zu Geld macht, und Ihre vielleicht mühevoll angesparte Vorsorge ist dahin. Entscheiden Sie daher im Einzelfall, was für Sie Sinn macht.

Nach dem Gespräch: Kredit zurückzahlen
Haben Sie erfolgreich verhandelt und einen Kredit erhalten, gilt es natürlich, diesen bald zurückzuzahlen - niemand hat gerne Schulden. Wie Sie dabei am besten vorgehen, lesen Sie HIER.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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