Mi, 17. Jänner 2018

Unnötiger Pieks

07.02.2007 13:34

Warum die Grippe- Impfung wohl nichts bringt

Es ist Grippezeit. Und regelmäßig wird empfohlen, sich gegen die echte Grippe impfen zu lassen. Doch die Notwendigkeit und damit die Sinnhaftigkeit der Influenza-Impfung ist umstritten. Ein Immunologe in Rom meldet gravierende und nachvollziehbare Zweifel an Studien an, die die Wirksamkeit belegen sollen.

Dr. Tom Jefferson hat seine provozierenden Aussagen in dem angesehenen „British Medical Journal“ veröffentlicht. Seiner Forschung nach gibt es kaum Studien, die die Wirksamkeit der Grippe-Impfungen überzeugend belegen. Die Fehler in diversen Studien beginnen etwa dort, wo Daten aus unterschiedlichen Grippe-Saisonen miteinander verglichen werden, wo doch jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt werden muss, weil sich der Virus derart verändert. 

Eine große Studie unersuchte die Impfwirkung unter älteren Menschen. Die waren jedoch ausnahmslos Heimbewohner, wodurch die Verallgemeinerung der Ergebnisse schon allein dem Hausverstand widerspricht. Außerdem wurde laut Jefferson in den seltensten Fällen zwischen Grippe und banalen Atemwegsinfekten unterschieden. 

Gegenbeweis? Welcher Gegenbeweis?
Doch es sind nicht nur schlecht durchgeführte Studien, an denen Jefferson seine Anti-Impf-Position festmacht: Zum einen moniert er, dass es kaum Studien über negative Auswirkungen der Grippeimpfung gibt, zum anderen, dass Ergebnisse, die den Impferfolg relativieren, ignoriert werden. Er beschreibt eine Studie an Kleinkindern, bei der Placebos das gleiche Ergebnis brachten wie der echte Impfstoff. 

Besonders spannend ist auch das Ergebnis einer Untersuchung bei über 65-Jährigen: Krankheitstage, Krankenhaustage oder Grippe-Todesfälle waren exakt gleich verteilt – egal ob mit oder ohne Impfung. 

Der Wissenschaftler stellt dabei zwei Dinge klar: Es geht ihm nicht um finanzielle Interessen (er ist nach eigenen Angaben selbst an drei Pharmafirmen beteiligt) und er ist nicht generell gegen die Influenza-Impfung eingestellt. Älteren, schwachen Menschen empfiehlt er die Impfung sogar. Doch wir sollten beginnen, „Fragen zu stellen“. Schließlich seien die Impfkampagnen ein gutes Geschäft.

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