Mo, 23. Oktober 2017

Gegner machen mobil

13.03.2017 14:33

Streit um Haiminger Forchet: Wald gegen Industrie

Der seit Jahren schwelende Konflikt um den Bergsturzwald Forchet in Haiming kocht wieder auf. Die Gemeinde will 4 bis 6 Hektar für die Erweiterung des Industriegebietes abholzen. Eine Bürgerinitiative möchte das verhindert. Sie sieht den Wald Stück für Stück verschwinden und hofft auf eine Unterschutzstellung.

Alles begann vor sechs Jahren. Die Gemeinde reichte knapp 10 Hektar des Föhrenwaldes zur Genehmigung als Industriegebiet ein. Damals bekundete Speck-Produzent Handl Interesse. Es formierte sich Widerstand. Das Vorhaben wurde ad acta gelegt.

Handl baut bekanntlich dennoch in Haiming. Er hat von der Tiwag Land gekauft, die liegt jetzt mit den Bauern im Clinch. Die Fläche sei ihren Familien in der Nazizeit abgepresst worden und ein Rückkaufsrecht vorhanden, lautet der Vorwurf der Landwirte.

Indessen will die Gemeinde dem Forchet zumindest 6 Hektar für Gewerbezwecke abringen. Ein Gemeinderatsbeschluss für 4 Hektar liegt bereits vor. "Es gibt keine Alternative, um heimischen Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten", argumentiert BM Josef Leitner. Ganz anders sieht das Marianne Götsch von der Bürgerinitiative "Schützt das Forchet": "Seit 2005 wurden bereits 26 Hektar gerodet. Scheibchenweise opfert die Gemeinde ein wertvolles Wald-Juwel, das auf Sautener Seite sogar Naturschutzgebiet ist." Für eine Unterschutzstellung auch in Haiming hat die Initiative bisher rund 1000 Unterschriften gesammelt.

Über die  Forchet-Größe gehen die Einschätzungen weit auseinander. Der Ortschef spricht von immer noch 250 Hektar, Götsch von nicht mehr als 150 Hektar. So oder so: spätestens im April muss sich der Gemeinderat wieder mit der Causa beschäftigen. Bleibt er beim Vorhaben, ist das Land am Zug und muss zustimmen.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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