So, 19. November 2017

Wollen Geld & Daten

14.03.2017 08:14

Betrüger beuten Bewerber mit Fake-Jobangeboten aus

Wer auf der Suche nach einem neuen Job auf eine Stellenannonce stößt, hegt dabei meist kein Misstrauen. Eine neue Betrugsmasche, bei der Cyberkriminelle Jobsuchende für ihre Zwecke missbrauchen und sie um persönliche Daten und Geld erleichtern, zielt allerdings genau auf die Gutgläubigkeit Jobsuchender ab. Nachdem "Recruitment Fraud" bisher vor allem in den USA und Großbritannien ein Thema war, versucht es die Cybermafia immer öfter auch im deutschsprachigen Raum damit.

"Recruitment Fraud" - auch als "Job Application Scam" bekannt - ist eine besonders gemeine Betrugsmasche im Netz. Immerhin machen sich Cyberkriminelle dabei Arbeitslosigkeit oder Unzufriedenheit im Job zunutze, um ihre Opfer um Geld und persönliche Daten zu bringen. Wie das IT-Portal "Heise" berichtet, beginnen solche Betrugsoperationen dabei in aller Regel mit Fake-Stellenanzeigen, die vermeintlich von bekannten internationalen Konzernen stammen.

Sie werden in Jobbörsen gestellt oder per Mail an die Opfer verschickt. Wer auf die Annonce hereinfällt, bekommt es mit einem falschen Personaler zu tun, der beim falschen Bewerbungsgespräch nach persönlichen Daten fragt, Vermittlungs- oder Softwaregebühren einzuheben versucht oder den Bewerber zum Mittelsmann für kriminelle Überweisungen macht. In der Hoffnung auf eine Stelle spielen viele Bewerber mit, der Hintermänner werden die Behörden selten habhaft. Sie leben im Ausland, sind schwer zu fassen.

Deutscher Staplerhersteller war schon Opfer
In Deutschland sind dem hessischen Landeskriminalamt bereits solche Fälle bekannt. Und auch der Staplerhersteller Kion kann ein Lied davon singen. Die Firma wurde dem Bericht zufolge bereits Opfer dieser Masche, entdeckte gefälschte Stellenausschreibungen im Netz und sah sich in Folge mit Anrufen potenzieller Bewerber konfrontiert, die sich für eine Stelle bewerben wollten, die es gar nicht gab. Wie sich herausstellte, hatten Cyberkriminelle das Industrieunternehmen für ihre Betrügereien missbraucht.

Die Betrüger lockten Bewerber in Online-Interviews, wo sie ihnen teure Spezialsoftware unterjubeln oder sie für Geldwäschereien gewinnen wollten. "Ich habe mir ein solches Online-Interview angeschaut. Da hatten sich die Betrüger viel Mühe gegeben und waren perfekt über unser Unternehmen informiert", sagt Kion-Managerin Ruth Schorn. Kion reagierte, indem man die gefälschten Stellenanzeigen von den Betreibern der betroffenen Jobbörsen löschen ließ und offensiv über die Betrügereien informierte.

Tipp: Prüfen Sie, ob ein Jobangebot echt ist!
Damit Sie der Betrugsmasche "Job Fraud" nicht auf den Leim gehen, empfiehlt sich bei der Jobsuche eine einfache Vorsichtsmaßnahme: Wenn Sie in einer Jobbörse oder per Mail auf eine Stelle aufmerksam werden, die Ihnen gefällt, sollten Sie auch auf der offiziellen Website der Firma nachsehen, ob die Stelle dort ausgeschrieben ist. Ist sie es nicht, sollten Sie stutzig werden und im Zweifel bei der Firma anrufen, ob es die Stelle wirklich gibt.

Außerdem sollten Sie nicht zu freigiebig mit persönlichen Daten umgehen. Wenn Sie beim (Online)-Vorstellungsgespräch schon nach sensiblen privaten Daten gefragt werden, die der Arbeitgeber allenfalls braucht, wenn Sie die Stelle antreten, ist das verdächtig. Fordert man von Ihnen so etwas wie eine Jobvermittlungsprovision oder den Kauf angeblicher Home-Office-Software, geht es ebenfalls nicht mit rechten Dingen zu. Die Bitte, eine Transaktion auf Ihr Konto anzunehmen und auf ein anderes Konto weiterzuleiten, sollte ebenfalls die Alarmglocken schrillen lassen.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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