So, 17. Dezember 2017

Lokalaugenschein

11.03.2017 20:21

Der Verkehrslärm ist Geschichte

Lebensqualität bekommen die Menschen in Zederhaus in wenigen Tagen zurück, wenn der Verkehr endgültig in einem Tunnel verschwindet. "Krone"-Lokalaugenschein.

"Ich bin schon ein wenig stolz. Unser ganzer Einsatz war nicht umsonst. Ich freue mich für die Zederhauser und die zukünftigen Generationen", strahlt Veronika Pfeifenberger über das ganze Gesicht. Die Volksschul-Direktorin hat mit der Gruppe "Für ein lebenswertes Zederhaus" Seite an Seite mit dem Bürgermeister Alfred Pfeifenberger jahrelang für den Lärmschutz in ihrer Heimatgemeinde gekämpft. Jetzt ist das Herzstück, die 1545 Meter lange Einhausung endlich fertig.

Rückblick: Ende Mai 1999 kam es zu dem verheerenden Unglück im Tauerntunnel bei dem zwölf Personen ihr Leben verloren. Nach dem Brand wurden die Rufe nach dem Bau einer zweiten Röhre wie es eigentlich von jeher geplant war, aber wegen Anrainerprotesten schließlich bei einer blieb wieder laut.

Zwölf Kilometer Autobahn führen durch das Gemeindegebiet, von den 1200 Bewohnern lebt die Hälfte im Ortsbereich und war ob der Lage zur Fahrbahn besonders betroffen von dem Lärm der Fahrzeuge.

Für die Einheimischen war klar. Mit dem Bau der zweiten Tauerntunnel-Röhre wird noch mehr Verkehr entstehen, daher muss es für die Gemeinde auch einen entsprechenden Lärmschutz geben.

Die Mitglieder der Initiative, der Veronika Pfeifenberger vorstand, informierten sich über sämtliche Möglichkeiten, bildeten sich regelrecht selbst zu Experten aus. So erstellte Pfeifenberger etwa eine Lärmkarte, wusste an welcher Stelle im Ort der Verkehr wie laut zu hören war. Mitkämpferin Erika Gruber wusste bestens über die Böden Bescheid, ein weiteres Mitglied sammelte Luft-Daten. "Wir waren unseren Verhandlungspartnern immer einen Schritt voraus. Sie arbeiteten zum Teil sogar mit unseren Erkenntnissen", erinnert sich Veronika an die arbeitsintensive Zeit zurück, aus der sie noch immer 20 dicke Ordner mit sämtlichen gesammelten Papieren zu Hause hat.

"2004 war es dann endlich soweit. Wir haben mit Verkehrsminister Hubert Gorbach die gemeinsame Erklärung zur Erarbeitung und Realisierung von Umweltentlastungsmaßnahmen entlang der A10 Tauernautobahn unterzeichnet", erklärt Ortschef Alfred Pfeifenberger. Der Wunsch seiner Gemeinde, den gesamten Verkehr in einem Tunnel im Zickenberg verschwinden zu lassen, erfüllte sich auf Grund der Geologie nicht.

Weitere neun Jahre vergingen ehe 2013 der Spatenstich zur Einhausung erfolgte. Am Montag, 20. März, wird diese nun eröffnet. In den kommenden Wochen wird diese komplett unter der Erde verschwinden, begrünt und schließlich von Landwirten bewirtschaftet.

Dann herrscht endlich Ruhe in der Lungauer Gemeinde und jene Zeiten, in denen die Zederhauser nachts die Fenster wegen dem lauten Rauschen der Fahrzeuge schließen musste oder sich nicht in normaler Lautstärke in ihren Gärten unterhalten konnten, gehört der Vergangenheit an.

In Sachen Lärmschutz fehlt nur noch ein einziger Abschnitt, nämlich jener in Sonnberg/Krottendorf.

Wie seit Februar feststeht, beginnt im Herbst 2018 dort der Bau von gekrümmten und normalen Lärmschutzwänden, sowie einer Mittelwand. Dieses letzte kleine Teil des Projekts soll dann bis 2019 fertig sein.

Iris Wind, Kronen Zeitung

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