Di, 17. Oktober 2017

Situation prekär

12.03.2017 11:00

Lawinendramen: Verschüttete 16-Jährige gestorben

Die Lawinensituation in Österreichs Bergen ist derzeit prekär - und hat am Samstag zwei Todesopfer gefordert. Im Salzburger Lungau wurde ein Skitourengeher von einer Lawine verschüttet und getötet. Kurz zuvor war beim Skifahren auf der Turrach in Kärnten ein 16-jähriges Mädchen von den Schneemassen verschüttet und schwer verletzt worden. Die Jugendliche wurde ins Krankenhaus Klagenfurt geflogen, wo sie am Abend verstarb.

Das Mädchen war Teil einer fünfköpfigen Skifahrergruppe aus Graz, die Samstagmittag in einer Höhe von etwa 2100 Metern im ungesicherten Skibereich einen Hang queren wollte. Dabei löste sich ein Schneebrett und riss drei Menschen mit.

Von 200-Meter-Schneebrett komplett überrollt
Laut Landespolizeidirektion Kärnten war zunächst ein 40-jähriger Grazer in den Hang eingefahren und hatte diesen bereits zur Hälfte gequert, als sich ein 150 Meter breites und 200 Meter langes Schneebrett löste. Der Mann wurde verschüttet, dann aber wieder an die Schneeoberfläche gespült. Mitgerissen wurden allerdings auch die 16-Jährige und ihre zehnjährige Schwester. Während das jüngere Mädchen nur teilweise erfasst wurde und in der Hangmitte unverletzt liegen blieb, wurde ihre ältere Schwester komplett von den Schneemassen überrollt.

Sofort wurde eine Suche eingeleitet, an der sich zahlreiche Helfer beteiligten. Nach Sondierung des Lawinenkegels wurde die 16-Jährige um 13.10 Uhr ohne Bewusstsein aus etwa zwei Metern Tiefe geborgen und nach notärztlicher Versorgung unter Reanimation ins Klinikum Klagenfurt geflogen. Dort starb sie am Abend infolge ihrer schweren Verletzungen.

Auch Kärntner starb unter Schneemassen
Das zweite tödliche Lawinendrama ereignete sich am Samstagnachmittag am Königstuhl im Salzburger Thomatal. Ein 52-jähriger Kärntner wurde unter den Schneemassen begraben. Zwei Tourengeher konnten den Mann laut Polizei noch ausgraben und versuchten, ihn wiederzubeleben - ohne Erfolg. Der Kärntner war alleine auf dem 2336 Meter hohen Berg an der Landesgrenze zwischen Salzburg und Kärnten unterwegs gewesen.

"Den Lawinenabgang hat keiner gesehen", sagte Hannes Kocher, der Lungauer Bezirksleiter der Bergrettung. Die Gruppe, die dem Mann zuletzt begegnet war, habe jedoch den Lawinenkegel bemerkt. "Sie haben eine Spur hinein und keine hinaus gesehen. Deshalb haben sich zwei Tourengeher sofort in den Lawinenkegel begeben und mit der Suche begonnen", so der Bergretter. Ein dritter Freizeitsportler setzte den Notruf ab.

Keinen Lawinen-Airbag dabei
Die Männer empfingen das Signal des Lawinenpiepsers des Verschütteten und fingen sofort an zu graben. Als sie den Verunglückten aus einem Meter Tiefe geborgen hatten, begannen sie mit den - vergeblichen - Wiederbelebungsmaßnahmen. Der Notarzt des alarmierten Rettungshubschraubers konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Der 52-Jährige hatte keinen Lawinen-Airbag dabei.

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Redaktion
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