Fr, 19. Jänner 2018

Hohe Schulden

09.03.2017 19:36

Köflach braucht einen strengen Sparkurs

"Hätten wir so weiter gemacht, wäre Köflach bald pleite gewesen." Die Worte von Gemeinderat Simon Grundner (SBK) verdeutlichen, dass in der Lipizzanerstadt eine Kurskorrektur notwendig war. Hohes Sparpotenzial gibt’s etwa beim Gemeindepersonal. Wichtige Projekte sollen dennoch umgesetzt werden.

Seit der Wahl 2015 - und einem Debakel für die jahrzehntelange Bürgermeisterpartei SP - bilden VP, FP und SBK eine Koalition in Köflach. Die finanzielle Situation der Stadt sei anfangs besorgniserregend gewesen: fast kein Spielraum, 36 Millionen Euro an Schulden und Haftungen, hohe Altlasten durch auf Pump finanzierte Projekte wie Rathaus, Stadion und Wirtschaftshof - bis sie alle abbezahlt sind, dauert es bis 2031!

"Es herrschte dringender Handlungsbedarf", sagt Alexander Enzinger von "Rabel und Partner". Die Wirtschaftsprüfer helfen, den Finanzhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Ziel: künftig nicht mehr am Tropf des Landes zu hängen.

Einschnitte beim (gut bezahlten) Personal
Eine heikle Materie wurde schon in Angriff genommen: das Personal in der Stadtverwaltung. Die Gehaltsstruktur erstaunt: Fast jeder Vierte verdient (dank üppiger Zulagen) mehr als 5000 Euro brutto - trotz einer durchschnittlichen Arbeitsauslastung von nur 75 %. Sechs Vollzeitarbeitskräfte könnten eingespart werden.

Ebenso heikel sind höhere Kanalgebühren, die im Juni beschlossen werden: Hier fehlt eine halbe Million Euro, um kostendeckend zu sein. VP-Bürgermeister Helmut Linhart möchte in Verhandlungen mit dem Land erreichen, dass die Erhöhung nicht zu heftig ausfällt.

Neue Bauvorhaben stehen an
Dennoch werden heuer (mit Hilfe des Landes) einige Projekte in Angriff genommen, etwa der Turnsaalzubau bei der Neuen Mittelschule, der Umbau des Rathausplatzes oder Kauf und Sanierung der leerstehenden Rathauspassage.

Berater Enzinger macht Mut: "Man braucht einen langen Atem, ein ausgeglichener Haushalt ist aber schaffbar."

Daten & Fakten

  • Der "Zulagendschungel" für das Personal macht jährlich eine Million Euro aus. So gibt es z. B. eine 5-Prozent-Zulage, die an keine Leistung gebunden ist.
  • Die Organisation der Stadtverwaltung wurde von zehn auf vier Abteilungen verschlankt.
  • Die Subventionen und Wirtschaftsförderungen sollen neu geregelt werden: Versprochen wird dabei mehr Transparenz, aber kein massiver Einschnitt.
  • Die größeren Einsparungseffekte werden erst ab 2020 wirksam. Die Konsolidierungsplanungen laufen gar bis 2030.
  • Noch nicht in Angriff genommen wurden die Stadtwerke. Auch hier wird ein größerer Handlungsbedarf geortet (Personal, Organisationsstruktur).

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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