Di, 21. November 2017

Spiele-Rundschau

09.03.2017 12:37

Nintendo Switch: Was es außer „Zelda“ noch gibt

Mit "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" hat Nintendo seiner neuen Hybridkonsole Switch ein enorm starkes Game gleich zum Start spendiert. Abseits des Open-World-Krachers ist die Auswahl aber noch überschaubar. Wir haben uns die im "Zelda"-Hype etwas untergegangenen restlichen Starttitel der Switch angesehen - und einige recht unterhaltsame Werke entdeckt.

Nintendo scheint sich mit seiner Switch wieder einmal als Anlaufstelle für all jene zu positionieren, die lokale Multiplayer-Gaudi schätzen. Zum Start gibt es teils schräge, teils niedliche Party- und Knobelspiele für mehrere Gamer, ein erfreulich gutes und etwas an "F-Zero" oder "WipeOut" erinnerndes Highspeed-Rennspiel und sogar ein umfangreiches RPG.

Vieles davon stammt von unabhängigen Entwicklern, manches kennt man bereits von anderen Plattformen wie dem PC. Einige Switch-Games verkauft Nintendo zum Vollpreis, andere als vergleichsweise günstiges Download-Game. Wir haben in der vergangenen Woche die meisten Games für Nintendos neue Konsole ausprobiert. Hier die Übersicht:

"1-2-Switch"
"1-2-Switch" erinnert ein wenig an Nintendos immens populäres Partyspiel "Wii Sports", liegt der Switch im Gegensatz zur Wii-Zeit allerdings leider nicht bei. Für 50 Euro erhält der Spieler hier einen ebenso schrägen wie unterhaltsamen lokalen Mehrspielertitel mit dem ungewöhnlich sozialen Spielkonzept, das Gegenüber statt des TV-Geräts mit den Augen zu fixieren.

Herzstück des Games sind die neuen "Joycon"-Controller mit ihren hochpräzisen Rumble-Motoren und Positionssensoren. Sie werden in den einzelnen Mini-Games beispielsweise im Cowboy-Duell als Waffe genutzt und geben der Switch bekannt, wer auf Kommando schneller zieht und abdrückt. In anderen Games gilt es, sie besonders ruhig zu halten, virtuelle Kühe damit zu melken oder per Vibrationsmotor erstaunlich präzise simulierte virtuelle Murmeln in den Controllern zu zählen.

Unser Eindruck: Ein Game mit nicht zu verleugnendem Mehrspielerpotenzial, das durchaus für den einen oder anderen lustigen Abend gut sein könnte, aber wohl nicht ganz so einschlagen wird wie "Wii Sports" - auch, weil es der Konsole nicht beigelegt wurde.

"Snipper Clips"
"Snipper Clips" ist eine witzige Knobelei, die ebenfalls ein gewisses Mehrspielerpotenzial bietet. Im Game schlüpfen die bis zu vier Spieler - jeder steuert seine Figur mit einer Hälfte der modularen Controller - in die Haut bunter Notizzettel, deren Ziel es ist, sich gegenseitig so zuzuschneiden, dass sie am Ende einer Partie eine vom Spiel vorgegebene Schablone optimal ausfüllen oder andere vorgegebene Schnipselaufgaben erfüllen.

Klingt einfach, entfaltet sich durch die teils durchaus komplexen Schablonen und die vom Spiel geforderte Präzision aber durchaus zur Herausforderung. Vor allem, wenn man sich nicht abspricht und wild drauf los schneidet.

Unser Eindruck: Wer Freude an Knobelspielen hat, sollte einen Blick auf dieses 20-Euro-Downloadgame werfen. Es ist niedlich, kommunikativ, gut fürs Hirnschmalz und für Jung und Alt geeignet. Tipp: Zu "Snipper Clips" gibt es eine kostenlose Demo, Interessenten können also vor dem Kauf reinschnuppern.

"Super Bomberman R"
Hier sagt der Spieltitel im Grunde schon alles: Konami hat Nintendos neuer Konsole zum Start ein neues "Bomberman"-Game spendiert, das sich genauso spielt, wie man es von einem neuen Teil der Serie erwarten würde. Es gibt einen Storymodus, in dem der Spieler sich durch 50 zunehmend schwerer werdende Labyrinthe bombt, Hindernisse zerstört und Gegner eliminiert.

Neben dem Singleplayer-Erlebnis bietet das neue "Bomberman" auch Potenzial als Mehrspieler-Hit: Im Battle-Modus für bis zu acht Spieler, in dem man sich in den bunten Arenen gegenseitig in die Luft jagt.

Unser Eindruck: Auch, wenn wir "Bomberman" über die Jahrzehnte ins Herz geschlossen haben und die Neuauflage sowohl im Single-, als auch im Multiplayer ein gewisses Spaßpotenzial mitbringt, erscheinen uns 50 Euro für ein neues "Bomberman" mit altem Spielrezept doch etwas viel. Wer kein bekennender Fan ist, sollte hier etwas abwarten.

"FAST RMX"
Viel Spiel fürs Geld erhalten Switch-Hobbyraser beim rasanten Rennspiel "FAST RMX". Das Download-Game für 20 Euro knüpft spielerisch an Titel wie "F-Zero" oder "WipeOut" an und setzt den Spieler ans Steuer eines Anti-Schwerkraft-Gleiters. Kennt man prinzipiell als "Fast Racing Neo" schon von der Wii U, macht aber auch auf der Switch viel Spaß.

"FAST RMX" ist optisch ein Aushängeschild für die Switch, holt beeindruckende Lichteffekte und flüssige Bildraten aus der Mobil-Hardware. Tiefe bringen die Entwickler mit einer Mechanik ins Spiel, die verschiedenfarbige Turbostreifen am Boden mit einem Phasenwechsel-Antrieb kombiniert, bei dem man darauf achten muss, in der richtigen Phase auf die Power-ups zu treffen.

Unser Eindruck: Auch, wenn es ein aufgewärmtes Wii-U-Spiel ist, ist "FAST RMX" ein würdiges erstes Rennspiel für die Switch. Ein höchst rasanter Pausenfüller und witziger Splitscreen-Mehrspielertitel, der die Wartezeit auf "Mario Kart 8" vertreibt und Fans von "F-Zero" entzückt.

"I am Setsuna"
Freunde von Rollenspielen japanischer Machart, die schon genug vom neuen "Zelda" haben, könnten auf der Switch viel Freude am 40 Euro teuren "I am Setsuna" von Square Enix haben. Das Game erzählt in der isometrischen Perspektive eine Geschichte der Aufopferung, schickt den Spieler auf eine emotionale Reise über eine verträumte Insel.

Spielerisch werden hier rundenbasierte Kämpfe und umfangreiche Multiple-Choice-Dialoge geboten, im Laufe des Spiels stößt man überdies auf zahlreiche interessante Charaktere. Ganz neu ist freilich auch "I am Setsuna" nicht. Am PC kann man das RPG schon seit letztem Sommer spielen.

Unser Eindruck: "I am Setsuna" dürfte insbesondere Fans alter japanischer RPG-Reihen wie "Final Fantasy" oder "Chrono Trigger" gut unterhalten und bietet ihnen eine mitreißende, wenn auch nicht allzu fröhliche Handlung und spannende Rundenkämpfe.

"Shovel Knight: Specter of Torment"
Multiplayer-Games, Rennspiele, RPGs: Zum Start der Switch gibt es zwar schon ein solides Angebot an Games, Freunde gepflegter Jump'n'Runs sind aber momentan noch nicht allzu gut versorgt. Das bislang einzige Jump'n'Run für die Switch ist "Shovel Knight". Das Game kostet in der "Treasure Trove"-Version 25 Euro, enthält neben dem Hauptspiel auch alle DLCs und den auch einzeln für zehn Euro erhältlichen Ableger "Specter of Torment".

Bekannt ist "Shovel Knight" schon länger. Das gelungene Independent-Jump'n'Run gab es auch schon auf der Wii U, dem PC und einigen Konkurrenzkonsolen. Der Qualität des Games tut das keinen Abbruch. Die stimmige 8-Bit-Pixeloptik lässt das Herz von Retro-Fans höher schlagen, spielerisch bietet "Shovel Knight" ebenfalls viel Abwechslung.

Unser Eindruck: Bis die ersten Nintendo-Helden in Jump'n'Runs auf der Switch loshüpfen, ist der edle Ritter der Schaufel eine würdige Vertretung. Wer Sidescroller mag und "Shovel Knight" noch nicht vom PC oder anderen Konsolen kennt, macht hier nichts verkehrt.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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