Fr, 24. November 2017

15 und 12 Jahre:

09.03.2017 07:25

Höchst-Strafe im Badewannen-Mordprozess

Tag 2 im Prozess um den spektakulären "Badewannen-Mord" am Landesgericht Salzburg. Spät in der Nacht, gegen 22 Uhr, fielen die Urteile: 15 Jahre Haft wegen Raub-Mordes für Ahmud W. (19), 12 Jahre Haft wegen schweren Raubes für Muhanned S. (19). Die beiden Syrer nahmen Bedenkzeit - nicht rechtskräftig.

Begonnen hat der Prozesstag mit einer Erweiterung der Anklage auf Erpressung. Dann folgte eine hanebüchene Ansage von Ahbud W.: Sein Komplize sei gar nicht 19, sondern 23 Jahre alt. Und: "Er hat beim IS gekämpft, ist gefährlich." Die vorsitzende Richterin Bettina Maxones-Kurkowski ließ sich nicht beirren: "Es geht hier um den Tod von Aleksandar M., um alles andere wird sich die Polizei kümmern." Doch der Syrer zeigte Emotionen und handelte sich einen Ordnungsruf ein. Am Vortag hatte der gerichtsmedizinische Gutachter ausgeführt, dass das Opfer - ein Serbe (30) - einen "qualvollen Tod" starb.

Das Zudrücken mit dem Unterarm-Würgegriff hat fünf Minuten gedauert er erstickte. Fünf Sekunden waren es laut dem Erstangeklagten, der den Tod auf sich nahm. Er blieb dabei. Danach wollte sich der zweite Syrer bei der Opfer-Familie entschuldigen. "Das wird nicht angenommen", so ein Richter. Wohl weil die Tat eine "außergewöhnliche Härte" aufwies, wie Staatsanwalt Alexander Winkler erklärte: "Wie kann man einen Menschen noch qualvoller umbringen?"

Rache und Habgier
Die Motiv-Lage war für Winkler klar: Rache beim Ersten, Habgier beim Zweiten. W. schmiedete einen Racheplan, köderte seinen Komplizen mit "viel Geld." Weil das Opfer dem Syrer lüsterne Blicke zuwarf. Opfer-Anwalt Stefan Rieder vom Weißen Ring forderte 35.000 Euro Schmerzensgeld für den seelisch angeschlagenen Vater, 25.000 Euro für die Ehefrau. Er betonte die "besondere Brutalität". M. sei gefesselt, geknebelt, geschlagen und erwürgt worden. "So etwas ist selten zu sehen." Schlussendlich entschieden die Geschworenen auf "schuldig".

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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