Do, 18. Jänner 2018

Terror vom Ex

28.10.2006 16:17

Stalker nach Morddrohung hinter Gittern

Bereits seit drei Jahren terrorisierte ein 50-jähriger Obersteirer seine Ex-Freundin, "bombardierte" sie, ihre Verwandten, aber auch die Polizei mit tausenden SMS. Nach dem Stalking-Gesetz, das erst seit dem 1. Juli gilt, kommt er demnächst vor Gericht. Das ist ihm offenbar egal, denn am Donnerstag bedrohte er ihre Schwester mit dem Umbringen. Nun sitzt er im Gefängnis.

Die bei Voitsberg wohnhafte Ex-Freundin, eine Angestellte, ist mit den Nerven am Ende. 2003 hatte sich die 45-Jährige von ihrem Lebensgefährten, einem Montagearbeiter, getrennt, seitdem ließ ihr der 50-Jährige keine Ruhe mehr.

Er versandte an sie, ihre Verwandten, aber auch die örtliche Polizei tausende SMS, dass die Geliebte zu ihm zurückkommen müsste. Er fotografierte seine "Ex", schickte ihr die Bilder zu, lauerte der verzweifelten Frau auf und verprügelte sie. Wegen Körperverletzung war der Steirer bereits mehrere Male verurteilt worden, doch der Terror ging weiter...

Verfolgte Frau in ständiger Angst
Beim Haus der Weststeirerin schlug der Verdächtige eine Scheibe ein. Als die 45-Jährige heimkam, fand sie in der Küche eine Nachricht von ihrem Peiniger: "Du hättest ruhig aufräumen können..." Getrieben von der Angst, ihr Verfolger könnte zu jeder Zeit auftauchen, getraute sich die Frau nur in Begleitung von Bekannten oder Verwandten außer Haus. Zuletzt wurde der Steirer nach dem erst seit 1. Juli gültigen Stalking-Gesetz angezeigt und kommt vermutlich im November vor Gericht.

Von COBRA-Beamten abgeführt
Das ist ihm offenbar egal. Weil er seine "Ex" am Donnerstag telefonisch nicht erreichte, rief er am Vormittag übers Handy ihre jüngere Schwester an. Laut Angaben der 44-Jährigen stieß er Morddrohungen aus - und dass er auch alle Verwandten auslöschen würde. Daraufhin wurde nach dem Montagearbeiter gefahndet, um 21 Uhr verhaftete ihn die Sondereinheit COBRA in seiner Heimatgemeinte. Nun ist der 50-Jährige hinter Gittern. Dass er nun vernünftiger wird, darf bezweifelt werden.

Von Manfred Niederl; Symbolbild

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