Do, 19. Oktober 2017

Qualität ist top

07.03.2017 17:18

So reagieren Weinbauern auf die geringe Ernte

Nach der Winterpause ist es nun soweit: Die steirischen Weinbauern öffnen nach und nach ihre Buschenschanktüren, Mitte März ist der Großteil der Betriebe wieder für seine Gäste da. Nach der katastrophalen Ernte im Vorjahr gehen die Winzer dennoch mit Optimismus in die neue Saison - denn der Wein ist ein Hit!

Weinliebhaber können es Jahr für Jahr kaum erwarten: den Beginn der neuen Buschenschank-Saison. Da kommt das erste Mal der neue Wein auf den Tisch, da wird gekostet, beurteilt und gekauft.

Heuer ist es allerdings bei vielen Betrieben erstmals anders: "Wir schenken jetzt noch 2015er-Weine aus, weil wir einfach mit dem wenigen, das wir haben, gut haushalten müssen", sagt Martin Tinnauer aus Gamlitz. Der 37-jährige Südsteirer verlor bei dem Spätfrost im letzten Jahr auf seinen fünf Hektar Anbaufläche 80 Prozent der Ernte. "Das muss man erst einmal hereinarbeiten", seufzt der Weinbauer.

Raunzen wolle man aber keinesfalls: "Man muss flexibel bleiben. Wir haben den Ab-Hof-Verkauf stark reduziert, die Abfüllung des neuen Jahrgangs auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, Investitionen gestrichen."

Preise steigen nur minimal
Die Bedenken, dass der Kunde die hohen Verluste abfedern werde, zerstreut Manfred Adam-Lieleg vom gleichnamigen Betrieb in Leutschach: "Dann müssten wir die Preise ja zumindest verdoppeln, das ginge sowieso nicht", sagt der 45-Jährige. Um maximal 50 Cent pro Flasche stiegen die Preise, auch Adam-Lieleg betont die Bedeutung eines guten Managements: "Wir leben mit und von der Natur. Solche Risiken müssen wir einkalkulieren".

Auch er hat reagiert: "Wir haben in Slowenien eine geringe Menge Trauben für den Landwein zugekauft, Investitionen verschoben, den Urlaub gestrichen." Zudem nimmt man schon länger keine Groß-Reservierungen mehr auf: "Der neue Wein hat eine wunderschöne Frucht und eine gute Säurestruktur. Er ist einfach perfekt! Deshalb soll einfach jeder etwas davon haben", betont Manfred Adam-Lieleg.

Barbara Winkler, Kronen Zeitung

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