Mo, 22. Jänner 2018

Serie: Teil 4

07.03.2017 14:21

Eine Kirche für die rund 500 Inhaftierten

Duschen, trainieren, beten - diese drei Dinge bleiben den Inhaftierten in der Justizanstalt Innsbruck nicht verwehrt.

Jene Häftlinge, die in einem internen Betrieb arbeiten, sind dort nahezu täglich bis rund 14.15 Uhr eingespannt. Danach dürfen sie die Großraum-Dusche, von der es auf jeder Ebene eine gibt, nutzen. Den unbeschäftigten Insassen ist es hingegen erlaubt, nur zweimal wöchentlich zu duschen. "Und zwar jeden Dienstag und Donnerstag", erklärt Justizwache-Beamtin Maria Windisch im "Krone"-Gespräch.

Gesprächstherapien & Artzbesuche

Die Großraum-Duschen wurden neu renoviert und sind seither in einem auffallenden Gelbton gehalten. Im Vorraum gibt es eine Holzbank, auf der die Insassen ihre Handtücher und T-Shirts ablegen können. Und an der Wand sind mehrere Haartrockner angebracht. Bis um kurz vor 15 Uhr muss jeder Häftling in seiner Zelle sein. "Wir haben um diese Uhrzeit Dienstschluss. Dann übernimmt der Nachtdienst", sagt die 36-Jährige. Normalerweise bleiben die Insassen bis um 6 Uhr Früh in der Zelle doch hin und wieder gibt es Ausnahmen. "Es kann sein, dass am Nachmittag etwa noch Gesprächsgruppen-Therapien stattfinden oder der Arzt im Haus ist", informiert die Beamtin.

Schwitzen im Fitnessraum

Die Insassen haben zudem die Möglichkeit, den Fitnessraum zu benutzen. Dort gibt es die klassischen Sportgeräte. Der Raum ist groß, hell und bietet viel Platz. "Dennoch tauschen sich die Ebenen ab, damit nicht zu viele auf einmal aufeinander treffen", schildert Windisch. Rund viermal im Jahr wird der Sportraum zusätzlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Diverse Bands, Zauberer und Schauspieler treten für die Inhaftierten auf.

Weihnachtsfest: Bischof zu Besuch

In der hauseigenen Kirche überwiegt hingegen die Ruhe. "Ein Pfarrer liest hier regelmäßig die Messe. Viele Inhaftierte nehmen daran teil", weiß Windisch. Dabei werden Gottesdienste für alle Glaubensrichtungen abgehalten. "Die Muslime beten hingegen im Fitnessstudio", sagt die Beamtin. Die Teilnahme an den jeweiligen Gottesdiensten ist freiwillig. Großen Besuch gibt es an jedem Weihnachtsfest, denn der Bischof kommt vorbei. Nur die Messe im vergangenen Dezember musste abgesagt werden, da es in der Diözese Innsbruck nach wie vor keinen Bischof gibt.

Lesen Sie morgen: Im Lebensmittelgeschäft, das innerhalb des "Ziegelstadls" ist, dürfen die Häftlinge einmal in der Woche einkaufen.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden