Di, 21. November 2017

„Krone“-Ombudsfrau

08.03.2017 18:00

Wiener Gemeindebau seit 57 Jahren nicht saniert!

Verzweifelt sind Mieter eines Gemeindebaus in Wien-Floridsdorf. Seit der Errichtung 1960 wurden noch nie wichtige Sanierungen durchgeführt. Bald wird das laut dem zuständigen Wohnbaustadtrat auch nicht passieren. Die Bewohner müssen weiter damit leben, dass es unter anderem bei den Fenstern hereinschneit.

Kaputte Fassaden, desolate Fenster, fehlende Wärmedämmung, keine Dachisolierung, immer wieder Schimmel in den Stiegenhäusern. Die Mängelliste in der Wohnhaus-Anlage, in der Alfred G. seit seiner Kindheit wohnt, ist lang. "Im Winter drückt es den Schnee bei den Fenstern herein, wir haben enorme Heizkosten. Im Sommer ist es in der Wohnung unerträglich heiß", so der Wiener. Seit 1960 wurde der Bau bis auf unumgängliche Renovierungs- und Reparaturarbeiten nie grundlegend saniert. Und das, obwohl bereits 2005, also vor zwölf (!) Jahren, der damalige Wohnbaustadtrat die Aufnahme in ein Sanierungsprogramm bestätigt hatte und wichtige Maßnahmen wie Fenstertausch, Dacherneuerung und Wärmedämmung in Aussicht stellte.

"Passiert ist bis heute jedoch gar nichts", so Herr G. Was den Bewohner zudem stutzig macht, sind stark schwankende Betriebskostenabrechnungen. "Obwohl es keine großen Arbeiten gab, stiegen die Kosten für Gartenbetreuung von 2014 auf 2015 um rund 75 Prozent! Warum das so ist, wollte man mir bisher nicht plausibel erklären."

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig teilte uns mit, dass man Herrn G. die Langfassung der Betriebskosten übermitteln und er diese ja beeinspruchen könne. Der Fassadenputz der Anlage sei zwar massiv abgewittert, eine statische Untersuchung habe jedoch einen guten baulichen und dem Alter entsprechenden Zustand attestiert. Deshalb sei mit einem Sanierungsbeginn nicht vor 2021 zu rechnen. Herr G. und viele andere Mieter empfinden das als Hohn. Zu Recht, meint Ihre Ombudsfrau!

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