Di, 21. November 2017

Babyunglück

13.03.2017 06:00

Stars im Psychonotstand nach der Geburt des Kindes

Wenn das Kleine einmal da ist, soll es sein wie im Werbespot. Ein glucksendes Baby, das nur in Windeln schläft, beobachtet von der entspannten, selig lächelnden Mami. Dass dem nicht so ist, stellen viele Frauen schnell fest. Auf die Geburt folgt oft ein Stimmungstief, das zu einer handfesten Depression werden kann. Dass dies kein Grund ist, sich zu schämen, beweisen die offenen Geständnisse bekannter Frauen, die sich in diesem Ausnahmezustand der Seele Hilfe gesucht haben.

US-Model Chrissy Teigen (31) bekannte in der US-"Glamour" über die Geburt ihrer Tochter Luna im vergangenen April: "Ich hatte alles, was ich brauchte, um glücklich zu sein. Und trotzdem fühlte ich mich im vergangenen Jahr sehr oft unglücklich." Es sei ihr schwergefallen, die Diagnose zu akzeptieren, und sie habe auch gezögert, darüber zu sprechen. "Ich sah meinen Arzt an und meine Augen tränten, weil ich es leid war, Schmerzen zu haben. Auf der Couch zu schlafen. Nachts aufzuwachen. Mich zu übergeben. Mich an den falschen Menschen abzuarbeiten. Mein Leben nicht zu genießen. Meine Freunde nicht zu sehen. Nicht die Energie zu haben, mit meinem Baby einen Spaziergang zu machen."

Innere Leere und Traurigkeit
Wochenbettdepression beschreibt ein Gefühl von innerer Leere und tiefer Traurigkeit, von denen der American Psychological Association zufolge bis zu jede siebente Gebärende betroffen ist. Die teils erst Monate nach der Geburt eintretende Krankheit kann auch Angst-, Schuld- und Versagensgefühle, sexuelle Unlust und Suizidgedanken umfassen.

Vor allem aber bleibt den Frauen das eigene Kind fremd: Sie können es nicht lieben. In leichteren Fällen handelt es sich um die als "Babyblues" bekannte, hormonell bedingte Verstimmung, die nach ein paar Stunden oder Tagen von allein wieder verschwindet.

Brooke Shields (51) beschrieb es in ihrem Buch "Down Came the Rain: My Journey Through Postpartum Depression" ("Und dann regnete es in Strömen: Mein Weg durch die postpartale Stimmungskrise") so: "Am beängstigendsten war es, als ich meine Tochter ansah und absolut nichts empfand."

"Frauen stehen damit nicht alleine"
Nicht weniger schlimm erging es der Schauspielerin Hayden Panettiere. Ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Kaya war die hübsche Verlobte von Wladimir Klitschko gefühlsmäßig hin- und hergerissen. Das Kind war einerseits ihr größtes Glück, andererseits war sie völlig verzweifelt. Die Wochenbettdepression war derart bedrohlich für sie, dass sie sich in klinische Behandlung begab. "Viele Frauen machen das durch", bekannte die 27-Jährige. Bei einigen gehe die Schwermut so tief, dass sie das Kind ablehnen oder sogar verletzen wollten. Ihr Rat: "Frauen müssen wissen, dass sie nicht damit allein stehen und dass es Heilung gibt."

"Friends"-Star Courtney Cox (52) war ebenfalls betroffen und hatte nicht damit gerechnet. Sie erzählte: "Bei mir traten die Depressionen verspätet ein. Als meine Tochter Coco sechs Monate alt war." Schauspielerin Amanda Peet (45) versuchte eine Erklärung für ihren Zustand zu finden und gestand: "Ich hatte ernste Depressionen. Ich glaube das kam deswegen, weil ich während der Schwangerschaft euphorisch war." Auch Gwyneth Paltrow (44) war nach der Geburt ihres zweiten Kindes betroffen. Bei Tochter Apple sei alles in Ordnung gewesen, so der Star, aber als Sohn Moses auf die Welt kam, da hatte sie "für ihn keine mütterlichen Instinkte - es war schrecklich".

Betroffene können sich an Hausärzte, Gynäkologen, Psychologen oder Hebammen wenden. Die folgenden Links helfen ebenfalls weiter:

Pamela Fidler-Stolz
Redakteurin
Pamela Fidler-Stolz
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