Sa, 21. April 2018

"Eine Schnapsidee"

06.03.2017 13:31

Wien: Bim-Entführer (36) zu Geldstrafe verurteilt

Jener ehemalige Mitarbeiter der Wiener Linien, der im Jänner dieses Jahres im Bezirk Liesing eine Straßenbahn entführt hatte, ist am Montag verurteilt worden. Der 36-Jährige muss eine Geldstrafe in Höhe von 960 Euro berappen - tut er dies nicht, muss er 120 Tage in Haft.

Es war 8 Uhr am 2. Jänner, als eine Garnitur der Linie 60 an der Endstation Rodaun eintraf. Gemeinsam mit anderen Fahrgästen verließ der 36-Jährige die Bim. Er hatte in der vorangegangenen Nacht seinen Geburtstag gebührend "nachgefeiert" - mit reichlich Bier, einigen Caipirinhas "und ein paar Nussschnapserln zwischendurch", wie er Richter Roman Palmstingl informierte.

Als der 36-Jährige bemerkte, dass der Straßenbahnfahrer ebenfalls ausstieg und sich in einen nahe gelegenen Aufenthaltsraum begab, nutzte der Mann seine Chance. Er kaperte die vorschriftsmäßig abgestellte Straßenbahn und fuhr mit dieser zwei Stationen weit, während sich der Fahrer auf der Toilette erleichterte.

Das Ganze war nur möglich, weil der Angeklagte von 2009 bis 2014 selbst als Straßenbahnfahrer gearbeitet hatte und noch einen Aktivierungsschlüssel besaß, den er - zumindest seiner Darstellung zufolge - zufällig dabei hatte. Damit verschaffte er sich Zugang zur Fahrertür und setzte schließlich die Bim in Betrieb: "Ich verantworte das. Wie ich auf diese Blödheit gekommen bin, frag ich mich selber."

Falsches "Pulverl" geschluckt
Laut eigenen Angaben sei er damals "ziemlich durch den Wind gewesen". Der Mann litt nämlich unter heftigen Zahnschmerzen. Um diese zu dämpfen, habe er "ein Pulverl" genommen, aber leider das falsche erwischt: "Ich hab die Pulver verwechselt. Die schauen ziemlich gleich aus."

Die Verwechslung hätte fatale Folgen gehabt, meinte seine Verteidigerin: "Das hat ihn sehr enthemmt. Er ist dann einfach auf diese schwachsinnige Idee, diese Schnapsidee gekommen." Der 36-Jährige betonte außerdem, er sei sehr umsichtig gefahren und habe gewiss niemanden gefährdet: "Ich bin auch bei Rotlicht stehen geblieben."

 krone.at
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