So, 21. Jänner 2018

Große Akzeptanz

06.03.2017 12:05

Studie zeigt: Rache-Pornos sind für viele okay

Aus Rache intime Aufnahmen des oder der Verflossenen im Internet zu veröffentlichen, scheint moralisch höchst fragwürdig. Überraschenderweise werden diese sogenannten Rache-Pornos laut einer aktuellen Studie der britischen Kent-Universität jedoch von vielen gutgeheißen.

Die Beziehung ist in die Brüche gegangen, doch das kompromittierende Film- oder Fotomaterial der gemeinsam verbrachten Schäferstündchen befindet sich noch auf Smartphone & Co. Was also damit tun? Eine Möglichkeit: die intimen Aufnahmen aus Rache im Internet zu veröffentlichen.

Schuldgefühle hätten 99 Prozent der Befragten im Falle des Verlassenwerdens laut Studie deswegen nicht. Nur geringfügig weniger, nämlich 87 Prozent der Studienteilnehmer hegen schließlich eine gewisse Begeisterung für sogenannte Rache-Pornos bzw. amüsieren sich an diesen. 29 Prozent könnten sich sogar vorstellen, selbst aktiv Rache-Pornos zu veröffentlichen, so die Ergebnisse von Dr. Afroditi Pina, die zusammen mit ihrem Team 100 Erwachsene im Alter von 18 bis 54 Jahren befragte. Überraschend: 82 davon waren Frauen.

Die forensische Psychologin ortet einen Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit, Rache-Pornos zu veröffentlichen, und bestimmten Charakterzügen wie Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie - von Pina als "dunkles Trio" bezeichnet. Vor allem psychopathische Charakterzüge wie Impulsivität und fehlende Empathie hängen demnach stark mit Rache-Pornos bzw. deren Verbreitung zusammen.

Die Psychologen räumen allerdings ein, dass ihre Studie nicht repräsentativ ist und die Ergebnisse demnach nicht generalisierbar sind. Bereits in einem Monat wollen die Wissenschaftler die Ergebnisse einer größer angelegten Folgestudie präsentieren, die dann möglicherweise auch Erkenntnisse darüber liefert, ob und wie sich die Einstellung der Geschlechter zu Rache-Pornos unterscheidet.

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