Mo, 23. April 2018

Krko-Ausbau

06.03.2017 10:37

Keine Umweltprüfung: Klage gegen das AKW geplant

Mit Millioneninvestitionen rüstet sich der Betreiber des grenznahen AKW Krko derzeit für die Laufzeitverlängerung. Neben Atommülllagern (wir berichteten) entstehen ein Bunkergebäude, ein Kontrollzentrum und Kühlsysteme. Der Reaktor soll bis 2043 weiter strahlen jedoch ohne grenzüberschreitende Umweltprüfung. Das kritisieren Umweltschützer; sie planen rechtliche Schritte.

Mit Resolutionen wollen Kärnten und die Steiermark gegen den Weiterbetrieb des alternden Kernkraftwerkes vorgehen. Ohne Erfolg. Wie ein "Krone"-Lokalaugenschein in Krko gezeigt hat, wird die Anlage, die für den Betrieb bis 2023 ausgelegt ist, bereits massiv für den Weiterbetrieb bis 2043 vorbereitet. "Es gibt keine günstigere Möglichkeit, in Slowenien und Kroatien Strom zu produzieren", so Stanislav Roman von der Betreibergesellschaft NEK über die Motive für die lebensverlängernden Maßnahmen.

Wie der Krko-Direktor erklärt, hätten die Eigentümer, die Regulierungsbehörde, Beteiligte in Kroatien und Slowenien sowie die Umweltbehörde den bei uns heftigst umstrittenen Weiterbetrieb bereits abgesegnet. Die Sicherheit muss dafür massiv ausgebaut werden (safety upgrade). Trotz der Kernkraft-Risiken sei aber keine Umweltprüfung nötig, beruft sich der Betreiber auf die slowenischen Behörden.

Massive Kritik übt die Umweltschutzorganisation Global 2000. "Nach internationalem Recht sind grenzüberschreitende Umweltprüfungen bei neuen Lagerstätten und Reaktor-Weiterbetrieb verpflichtend", fordert Atom-Experte Reinhard Uhrig. Bei so einer Umweltprüfung (nach einer Konvention der Vereinten Nationen) hätte Österreich die Möglichkeit, Einwände gegen das durch Erdbeben gefährdete Risiko-AKW vorzubringen. Uhrig: "Wir werden das mit Rechtsmitteln erzwingen. Auch die Landes- und Bundesregierungen sollten jetzt Schritte unternehmen!"

Positiv bewertet werden unterdessen die Sicherheitsausbauten. Die Brennelemente werden ja bis 2019 von Nass- in Trockenlager verfrachtet. Der radioaktive Müll bleib dennoch eine Risiko für die nächsten 240.000 Jahre.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Spanische Liga
Atletico nur 0:0, aber Barca noch nicht Meister!
Fußball International
Italien-Wahnsinn
Juve besiegt! Napoli macht Serie A wieder spannend
Fußball International
Nach 5:0 gegen Swansea
Manchester City weiter auf Rekordjagd
Fußball International
Schweizer Liga
Hütters Young Boys fehlt noch ein Sieg zum Titel
Fußball International
Abstieg fast sicher
Köln schafft Remis nach 0:2-Rückstand!
Fußball International

Für den Newsletter anmelden