Sa, 20. Jänner 2018

Streit um Erbschaft

06.03.2017 11:28

Familie verschwunden: Schwager gesteht Morde

Nach dem mysteriösen Verschwinden einer vierköpfigen Familie in Frankreich hat ein Verwandter die Morde an den Eltern und ihren beiden Kindern gestanden. Der Schwager des Familienvaters habe als Grund für die Tat einen Streit über die Aufteilung einer Erbschaft angegeben, verlautete am Montag aus Ermittlerkreisen.

Der Fall der Familie Troadec aus dem westfranzösischen Orvault nahe Nantes hatte Frankreich seit Wochen beschäftigt. Das Elternpaar (jeweils 49 Jahre alt), der 21 Jahre alte Sohn und die 18-jährige Tochter waren Mitte Februar verschwunden. Im Haus der Familie waren ein blutverschmiertes Handy und zahlreiche weitere Blutspuren entdeckt worden. Die Justiz hatte schon damals Ermittlungen wegen Mordes und Entführung eingeleitet.

Beweisstücke Hunderte Kilometer voneinander entfernt
Am 1. März fand eine Joggerin dann eine Hose mit der Krankenkassenkarte der Tochter - in der rund 270 Kilometer vom Haus der Familie entfernten bretonischen Gemeinde Dirinon, aus der die Troadecs ursprünglich stammen. In der Gegend wurden später auch eine Kreditkarte sowie ein Schulbuch gefunden, das dem Vater gehörte. Das lange gesuchte Auto des Sohns wiederum wurde in der Hafenstadt Saint-Nazaire entdeckt, die knapp 60 Kilometer von Orvault entfernt liegt.

Da sowohl der Sohn als auch der Vater in der Vergangenheit unter psychischen Problemen gelitten haben sollen, schlossen die Ermittler die beiden als mögliche Täter zunächst nicht aus.

Entscheidende Wende im Fall durch DNA-Spuren
Der Fall nahm eine neue Wendung, als am Sonntag die Schwester und der Schwager des Familienvaters in Gewahrsam genommen wurden. Beide waren bereits zu Beginn des Falls vernommen worden, nun führten DNA-Spuren des Schwagers im Haus der Familie sowie im Auto des Sohnes die Ermittler erneut auf deren Spur. Die Schwester schweigt bisher zu dem Fall, ihre Rolle ist noch unklar. Die Verdächtigen wurden am Montag einem Richter vorgeführt.

"Besonders schäbige" Tatumstände
Der Polizei zufolge soll es bei dem Streit um die Aufteilung einer vermuteten Gold-Erbschaft gegangen sein. Zwar gibt es noch keine Informationen zum genauen Tathergang und dem Fundort der Leichen, doch war von "besonders schäbigen" Tatumständen die Rede.

Erinnerungen an ähnliche Bluttat in Frankreich
Der Fall weckte in Frankreich Erinnerungen an eine Bluttat im Jahr 2011: Ebenfalls nahe Nantes wurden damals eine Mutter und ihrer vier Kinder ermordet. Von dem Familienvater, der als Hauptverdächtiger gilt, fehlt bis heute jede Spur. Eine besonders erstaunliche Parallele zwischen den beiden Fällen: Einer der 2011 ermordeten Söhne ging Medienberichten zufolge auf dieselbe Schule wie der Sohn der nun ermordeten Familie.

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Redaktion
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