Sa, 20. Jänner 2018

Kaum Handhabe

05.03.2017 12:07

Sex-Hölle in Wohnhaus lässt Mieter verzweifeln

Dubiose Zuhälter-Gestalten, aufreizend gekleidete Sexsklavinnen und Freier, die munter aus und ein gehen: Das berüchtigte Haus Mitterweg 87 ist in Innsbruck längst das Zentrum illegaler Prostitution! Die Polizei weiß das freilich, doch der sind quasi die Hände gebunden - unter anderem auch wegen der Rechtslage.

Abendlicher "Krone"-Lokalaugenschein beim Haus Mitterweg 87: Es stinkt! Nach Fäkalien und sonstigen, nicht näher definierbaren Gerüchen. Aber das dürfte die geringste Sorge, das kleinste Übel für jene Mieter sein, die dort einfach nur ihr friedliches Zuhause haben wollen. Im Gegensatz zu zumindest zwölf "Mitbewohnern", die hier vorwiegend nachtaktiv sind. Oder anders gesagt: die hier der illegalen Prostitution nachgehen. Und die Nacht für Nacht den Wohnblock zum Treffpunkt für liebeshungrige Männer, sprich zu einem Puff umfunktionieren.

Schon seit Monaten, ja seit Jahren verzweifeln viele ordentliche Mieter im Haus Mitterweg 87. So etwas wie Nachtruhe gibt es dort kaum. Ständig knallen Türen, immer wieder wird laut verhandelt, hört man auch frustrierte, über den Tisch gezogene Freier fluchen. Die Polizei kontrolliere zwar auch dort immer wieder "intensiv", wie es heißt, eine wirkliche und abschreckende Handhabe scheint sie aber gegen das perfekte Zusammenspiel von Zuhältern und Sexarbeiterinnen nicht zu haben. Gibt es eine Razzia durch die Hintertüre, ist tags darauf eben diese Türe verschlossen, sei es mit Superkleber oder mit einem schweren Kettenschloss.

Laut Polizeichef hapert es an der Rechtsgrundlage
Stadtpolizeichef Martin Kirchler kennt das Haus und er kennt auch die dortigen Probleme: "Es gibt Wohnungen in großem Ausmaß, die an Personen aus diesem Milieu vermietet werden. Wir kontrollieren intensiv, es gibt auch immer wieder Anzeigen. Und es kommt vor, dass der Polizei der Zugang zum Objekt erschwert wird." Kirchler spricht von einem "hartnäckigen Problemfall" - vor allem auch deshalb, weil "das Schließen von Wohnungen aufgrund der Rechtslage so gut wie unmöglich ist".

Ein Vermieter stellt drei Wohnungen zur Verfügung
Apropos: Der "Krone" liegt eine Liste jener Appartements vor, in denen eine, teilweise auch mehrere Prostituierte ihre Sexdienste anbieten - illegal natürlich. Auch die Namen der Wohnungsinhaber sind bekannt. Interessante Details: Einem Vermieter gehören drei Tops, einem zwei. Hinter anderen Wohnungen stecken Besitzer, die in Italien wohnen und wohl schwer kontrollieren können, was sich hier abspielt. Brisant: Auch ein pensionierter Polizist soll eine Wohnung an Prostituierte vermieten.

Claus Meinert und Hubert Rauth, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden