Mi, 17. Jänner 2018

Skisprung-WM

04.03.2017 18:16

Österreichs Adler springen im Teambewerb zu Bronze

Broooooonze! Die österreichischen Skispringer haben bei der Nordischen Ski-WM auch im Teambewerb von der Großschanze eine Medaille geholt! Michael Hayböck, Manuel Fettner, Gregor Schlierenzauer und Doppelweltmeister Stefan Kraft mussten sich am Samstag in Lahti den überragenden Polen und um rund zehn Punkte Norwegen geschlagen geben. Auf die viertplatzierten Deutschen hatte das ÖSV-Quartett 16 Zähler Vorsprung. Kraft reist als herausragender ÖSV-Athlet mit vier Medaillen aus Finnland ab. Der Salzburger gewann Gold von der Normal- und Großschanze (siehe Video), zudem sicherte er sich mit dem Mixed-Team Silber.

Schon vor dem abschließenden 50-km-Langlauf-Rennen am Sonntag stand fest, dass Lahti 2017 das viertbeste Großereignis der Geschichte für die ÖSV-Nordischen wird. Mit zwei Goldmedaillen, einer Silbernen und zweimal Bronze wurde das Soll von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel übertroffen. Im Großschanzen-Bewerb der Springer öffnete im zweiten Durchgang der stark wechselnde Wind zwischendurch dem Zufall Tür und Tor und wirbelte das Klassement der ersten vier durcheinander. Nur die Polen unter ihrem neuen Cheftrainer aus Tirol, Stefan Horngacher, ließen sich davon nicht beirren und holten mit einem Start-Ziel-Sieg ihren ersten Team-Titel überhaupt.

Sprung des Tages gelingt Norweger Johann Andre Forfang
Norwegens Silber-Medaille kam nach den bisherigen Vorstellungen in Lahti etwas überraschend. Doch das Team von Alexander Stöckl agierte zum Abschluss stark, der Titelverteidiger landete 25,7 Punkte hinter den Siegern. Für den Sprung des Tages sorgte Johann Andre Forfang, der den starken Aufwind nützte und mit 138 Metern den elf Jahre alten Schanzenrekord von Andreas Widhölzl (135,5) auslöschte. Über Bronze entschied das dritte Duell zwischen Kraft und Andreas Wellinger. Wie schon in den zwei Einzelbewerben behielt der Salzburger die Oberhand. Kraft musste vom vierten Platz angreifen und legte Wellinger 126 Meter vor. Das reichte, denn der 21-jährige Bayer schaffte nur 119 Meter - und Österreich lag 16 Punkte voran. Das Team von Heinz Kuttin hat damit in allen vier Bewerben Edelmetall erobert.

Gregor Schlierenzauer: "Eine Medaille war mein Ziel"
Zwei Stück stachen besonders hervor. Jenes von Gregor Schlierenzauer, der in seiner Comeback-Saison nach sechsmal Gold und fünfmal Silber als erster Skispringer bei sechs Weltmeisterschaften in Serie jeweils mindestens eine Medaille eroberte. "Das ist sehr schön, wenn man meine Geschichte kennt. Eine Medaille war mein Ziel. Danke an die Jungs und an mein Umfeld zu Hause, denn ohne das wäre ich gar nicht hier gewesen. Der Sport ist wie das Leben - mit Höhen und Tiefen, das habe ich heuer an mir selbst stark gespürt", sagte der 27-Jährige mit Tränen in den Augen. Schlierenzauer avancierte mit seinem zwölften Edelmetall (6-5-1) auch zur alleinigen Nummer eins unter den eifrigsten Medaillensammlern der ÖSV-Nordischen. Er ließ Thomas Morgenstern (8-2-1) und Felix Gottwald (3-2-6) hinter sich.

Stefan Kraft: "Das war ein perfekter Abschluss"
Doppel-Weltmeister Stefan Kraft durfte zum Abschluss nochmals jubeln. Er hatte es auch bei seinem dritten Großereignis auf das Einzel-Podest geschafft und holte am Samstag schon sein sechstes WM-Edelmetall (2-2-2). "Das war ein perfekter Abschluss. Vier Medaillen, das hätte ich mir nicht erträumen können, das ist einfach genial", erklärte der 23-Jährige. Vier Podestplätze bei einer WM hatten vor ihm nur Martin Schmitt (GER/2001), Morgenstern (2011) und Rune Velta (NOR/2015) geschafft. Im zweiten Durchgang hätten seine Kollegen und auch er mit den Bedingungen kein Glück gehabt, sagte Kraft. "Jetzt sind wir froh, dass wir die Medaille haben. Wir haben es uns so etwas von verdient."

Für Kuttin und die Springer war es ein Wechselbad der Gefühle. Mehrfach ging es zwischen den Plätzen zwei und vier hin und her. Kraft fixierte den zweiten Halbzeitrang, 16,4 Punkte hinter Polen, doch Wind und der Rekord von Forfang änderten das Bild. Fettner profitierte von einem Fehler Stephan Leyhes und brachte das ÖSV-Team mit einem guten Sprung auf Rang zwei. Der 31-jährige Team-Weltmeister von 2013 freute sich über "meine zwei besten WM-Sprünge" und sprach von einer verdienten Belohnung. "Mit einer brutal starken Leistung haben wir es doch noch geschafft, dass wir mit einer Medaille heimfahren." Für Hayböck gab es nach Mixed-Silber auch noch Bronze. "Das war ein ziemlich turbulenter zweiter Durchgang. Da als Startspringer unten zu stehen, das kostet viel Nerven", sagte der Oberösterreicher.

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