Mo, 20. November 2017

Börsendebüt

03.03.2017 09:11

Snapchat feiert Traumstart an der Wall Street

Es ist einer der größten Börsengänge in der Technologiebranche überhaupt: Die Aktie des Snapchat-Betreibers Snap ist am Donnerstag bei ihrer Premiere an der Wall Street durchgestartet. Die Papiere des Messaging-Dienstes verteuerten sich bei hohen Umsätzen gegenüber dem Ausgabepreis zeitweise um rund die Hälfte.

Snap hatte am Mittwoch 200 Millionen Aktien zu jeweils 17 Dollar bei Investoren untergebracht - deutlich mehr als die eigentlich erwarteten 14 bis 16 Dollar. Insgesamt fließen dem WhatsApp-Rivalen 3,4 Milliarden Dollar zu. Unternehmensgründer Evan Spiegel nimmt 272 Millionen Dollar ein.

Die Nachfrage hatte die angebotenen Papiere zeitweise um mehr als den Faktor zehn überstiegen. Auf Basis des Schlusskurses ist das Unternehmen an der Börse rund 34,5 Milliarden Dollar wert, obwohl es weiter rote Zahlen schreibt, nicht mit Gewinnen rechnet und die Aktionäre kein Mitspracherecht bekommen.

"Groteske Bewertung"
Bereits kurz nach Ermittlung des ersten Kurses empfahlen daher die Analysten des Anlageberaters Pivotal Research die Aktien zum Verkauf und riefen ein Kursziel von zehn Dollar aus. Das Papier sei deutlich überbewertet.

Auch Analysten wie Neil Wilson vom Wertpapierhändler ETX Capital sprachen von einer "grotesken Bewertung". Denn diese entspreche bereits zum Ausgabekurs etwa dem 60-fachen des Snap-Umsatzes - und damit mehr als doppelt so viel wie vor fünf Jahren bei Facebook.

Zweifel an Snapchat-Geschäftsmodell
Doch während das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg Quartal für Quartal Milliarden verdient, summierte sich der Nettoverlust von Snap nach 373 Millionen im Jahr 2015 Ende 2016 auf knapp 515 Millionen Dollar. Das Unternehmen nimmt vor allem mit Werbung Geld ein.

Das Snap-Management findet die hohe Börsenbewertung dennoch gerechtfertigt und argumentiert mit der vielen Zeit, die Mitglieder die App nutzen. Außerdem gebe es ein großes Umsatzpotenzial, weil die Jugend verstärkt Videos in der Kommunikation untereinander nutze.

 krone.at
Redaktion
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