Do, 18. Jänner 2018

Politik uneinig

02.03.2017 16:15

Heiße Diskussion um Abschuss von Fischotter

Große Aufregung in Niederösterreich: 40 Fischotter wurden dort zum Entsetzen vieler Tierschützer von der Landesregierung zum Abschuss freigegeben. Auch in der Steiermark beklagen Fischer das Ausbreiten des gefräßigen Otters, der beinahe schon ausgerottet war. Doch dieser hat einen wichtigen politischen Schutzpatron: SP-Umweltlandesrat Anton Lang.

Einzelne Gewässer sind fischökologisch tot. In Teilen der Enns etwa können sich die Bestände gar nicht mehr erholen." Es ist ein düsteres Bild, das der Landesfischereiobmann Friedrich Ebensperger zeichnet. Die Entwicklung habe mehrere Ursachen: die zunehmende Verbauung, Kraftwerke, natürliche Feinde der Fische wie Reiher, Kormorane und eben Otter.

Seit Jahren fordern die Fischer eine Regulierung des Otters. Unterstützung erhalten sie dabei von Agrarlandesrat Johann Seitinger. Er wünscht sich ein "sanftes Eingreifen". Aus Seitingers Sicht stimmt das ökologische Gleichgewicht nicht mehr: "Die Qualität des Wassers ist hoch, es ist aber nicht mehr belebt."

Schützende Hand vom Tierschutzlandesrat
Doch für einen Abschuss braucht es die Zustimmung von Tierschutzlandesrat Anton Lang. Und von diesem kommt ein klares Nein! "Für mich ist ein Abschießen der Fischotter abzulehnen. Er ist ein EU-Schutzgut, eine Bejagung würde gegen nationales und gegen EU-Recht verstoßen."

Die schützende Hand über den Fischotter halten auch Tierschutzorganisationen wie WWF und Vier Pfoten. Sie haben eine Online-Petition gegen den Abschuss in Niederösterreich gestartet: Das Vorhaben sei ein "Skandal", "Mord" und "grausame Tierquälerei". Der Otter sei nämlich keinesfalls für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich.

Der Wirbel in Niederösterreich lässt erahnen, was auch in der Steiermark los wäre, sollten die Jäger einmal grünes Licht erhalten…

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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