Fr, 19. Jänner 2018

Gemeinden gefordert

01.03.2017 17:35

Immer mehr fruchtbarer Boden verschwindet

Es ist ein trauriger Trend, der seit Jahren zu beobachten ist: Immer weniger Flächen in der Steiermark werden landwirtschaftlich genutzt. Stattdessen entstehen auf fruchtbarem Boden Straßen, Shoppingcenter und Industrieflächen. Der Verein "Land schafft Leben" fordert die Gemeinden zu nachhaltigerer Flächenplanung auf.

"Unser Boden ist ein großer Schatz, den wir nicht genug schätzen", meint Hannes Royer. Mit dem Verein "Land schafft Leben" hat sich der Schladminger Bergbauer der Information zur Herkunft unserer Lebensmittel verschrieben. Doch immer mehr jener Flächen, auf denen diese einst angebaut wurden, sind heute verbaut oder zubetoniert. 1961 wurden noch 49 Prozent der Fläche in Österreich landwirtschaftlich genutzt heute sind es nur noch 38, in der Steiermark nur knapp 24.

"Wir machen uns von Importen abhängig"
In Schwellenländern wie Brasilien hingegen wird die Landwirtschaft massiv ausgebaut. Royer warnt: "Je mehr wir fruchtbare Böden bei uns versiegeln, desto mehr machen wir uns von Importen abhängig."

Bei uns hingegen müssen viele Bauern aufhören und ihre Flächen "verwildern", werden verbaut oder gehen in eine monokulturelle Nutzung über. Eine Bedrohung für die Biodiversität, wie aktuelle Studie belegen. Denn ist der Boden erst versiegelt, kann man ihn nur schwer wieder nutzbar machen.

Auch Konsumenten sind gefordert
Royer sieht auch die Gemeinden in der Verantwortung: "Es muss ein klares Bekenntnis geben, fruchtbare Böden zu erhalten", fordert er eine nachhaltigere Gestaltung des Flächenwidmungsplans. Und: "Statt Bauprojekte der Einfachheit halber auf der grünen Wiese anzusiedeln, sollte man sich überlegen, wie man Ortskerne revitalisieren kann."

Und auch der Konsument ist für Royer gefordert: "Je größer die Nachfrage nach Lebensmitteln aus regionaler Produktion ist, desto eher bleiben die Flächen erhalten und der Bauer kann von ihnen leben."

Christoph Hartner, Kronen Zeitung

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