Sa, 21. April 2018

26.10.2006 16:20

Flüchtlinge vor 50 Jahren

Das freie Wort
Vor 50 Jahren flüchteten Zigtausende Menschen von Ungarn nach Österreich. Im Zusammenhang damit hören wir immer wieder die Frage, wie das damals arme Österreich elf Jahre nach Kriegsende, ein Jahr nach Ende der fremden Besatzung (und die Kriegsschäden waren noch lange nicht beseitigt), es sich leisten konnte, all diese Menschen aufzunehmen und zu versorgen, und warum heute die "reichen Österreicher" nicht bereit sind, die aus allen Teilen der Welt Heranströmenden in gleicher Wiese aufzunehmen?

Österreich leistete sich die Aufnahme der ungarischen Flüchtlinge, weil es sich bei ihnen um bedrängte Menschen aus der Nachbarschaft handelte, und als 1968 aus der Tschechoslowakei und später während des Jugoslawienkrieges Menschen nach Österreich flüchteten, war das ebenso.

Hingegen kommen die heutigen "Flüchtlinge" nicht von einem Nachbarland, sondern viele tausend Kilometer von anderen Erdteilen hierher, um unsere Sozialleistungen zu konsumieren. Wenn der damalige Bundeskanzler Dr. Julius Raab gesagt hat, Österreich könne nicht der Wohltäter für die Welt sein, dann gilt das heute ganz genauso.

Unser Land kann nicht die Probleme lösen, die von den Weltmächten und den Konzernen überall auf der Erde verursacht werden.

Auch sind von den damaligen sowie auch von den nachher kommenden Flüchtlingen die meisten in andere Länder weitergezogen, und nur wenige sind hier geblieben. Aber alle haben sich in ihren neuen Heimatländern integriert, haben die Sprache gelernt und befolgen hier wie dort die geltenden Gesetze. Ist das bei den heutigen "Flüchtlingen" auch so?




Günther Holub, Wien
erschienen am Fr, 27.10.

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