So, 21. Jänner 2018

Kiss-Chef rockt solo

01.11.2006 18:12

Paul Stanley im Interview

Er lebt den Rock’n Roll seit 30 Jahren – und hat immer noch dieselbe Dauerwelle wie 1970. Obwohl er selbst sagt, dass er sich die Haare auch schon mal kurz geschnitten hatte. Für die Kulttruppe Kiss griff er in die Saiten und sang ein paar der größten Rocksongs des vergangenen Jahrhunderts - und jetzt präsentiert sich Paul Stanley zum zweiten Mal als Solo-Künstler mit dem Album „Live To Win“.

„Ich lebe, um zu gewinnen. Und ich habe oft gewonnen,“ sagt Paul Stanley im Krone.at-Interview. Auf seinem neuen Soloalbum wird selbstverständlich gerockt – und zwar bombastisch, mit allem was dazu gehört. „‚Live To Win’ ist ein großes Album. Ich wollte, dass es klingt wie ein IMAX-Film“, sagt der KISS-Frontmann.

„Ich wollte ein Album machen, das zeigt, wer ich heute bin und wo ich stehe. Keiner der Songs ist alt, kein Titel ist ein ‚Reject’ von KISS. Dieses Album ist wie eine frisch gedruckte Zeitung, wo dir noch die Tinte an den Fingern kleben bleibt.“ Und in der Tat klingt das Solowerk des Kultstars, der mit KISS (die es ja immer noch gibt) schillernde Zeiten hinter sich hat, als hätte es eine Nu Metal Band wie Evanescence gemacht.

Doch wenn man genau hinhört, merkt man, dass da einer dahinter saß, der schon viele, viele Platten aufgenommen hat. Die meisten seiner Texte drehen sich um das Thema Beziehungen - und Frauen. „Seien wir doch ehrlich, Frauen können die schönste und die schlimmste Seite des Lebens sein. Ich habe zurzeit eine großartige Beziehung, aber das war nicht immer so. Ich kann also aus beiden Ecken schreiben.“ Vor anderthalb Monaten ist er mit 54 noch einmal Vater geworden, nachdem er nicht einmal ein Jahr zuvor seine langjährige Freundin Erin Sutton geheiratet hat.

Paul Stanley – bei KISS war er stets als „Starface“ mit rotem Lippenstift und einem fünfzackigen Stern über dem linken Auge geschminkt – steht seit jeher für den Typ Rocker, den man heutzutage in Zeiten von David Beckham und Co. wohl als „metrosexuell“ bezeichnen würde. Obwohl das mit dem wuchernden Brusthaar vielleicht nicht ganz vereinbar ist. Als Mode-Ikone sieht sich Paul Stanley allerdings nicht. „Wenn, dann waren wir Stilikonen. Und unser Stil war es, möglichst unmodisch auszusehen“, lacht er.

Zu diesem Stil gehören neben Lederklamotten auch lange Haare, und wenn man sich Paul Stanley auf Fotos ansieht, hat er die wohl schon seit seiner Geburt, oder? „Nein, ich hatte auch mal kurze Haare, ich hatte sie seitlich gekämmt, und, und, und; aber bei KISS wollen die Leute lange Haare sehen, da kannst du nicht antanzen und aussehen wie ein Typ aus einer Bank!“ Schon gar nicht, wenn du Songs wie „Lick It Up“ oder „Love Gun“ geschrieben hast...

„Live To Win“ ist Paul Stanleys zweiter Solo-Streich, aber mit Sicherheit nicht der letzte. Denn was er will, das macht er. Fans gibt's mit KISS im Hintergrund sowieso genug, gerade in den USA. Dazu passen dann auch Kampfansagen wie „Es ist immer Platz hinter mir, aber du kannst dich nicht vor mich stellen!“ mit denen Herr Stanley - so wie mit den groß aufgezogenen Rock-Arien auf seinem Album - auch gerne mal etwas dicker aufträgt. Aber genau dafür lieben ihn seine Verehrer. Eine Deadline, wann er dem Musik-Biz den Rücken kehren will, hat er sich noch nie gesetzt. „Ich glaube aber, dass ich spätestens dann aufhören werde, wenn ich tot bin,“ scherzt er. Und bis dahin wird er wohl weiterhin leben, um zu gewinnen und gewinnen...

Das komplette Interview mit Paul Stanley gibt's in der Infobox!

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Christoph Andert

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