So, 21. Jänner 2018

Außenseiter-Ode

25.10.2006 16:21

"Lichter der Vorstadt" von Aki Kaurismäki

Verrat, Einsamkeit und nordisch karikierte Melancholie, die sich der Film--Noir-Ästhetik verschreibt: Akis Kaurismäkis "Lichter der Vorstadt" (im Originaltitel "Laitakaupungin Valot") ist der dritte Teil einer Trilogie, die sich der Arbeitslosigkeit ("Drifting Clouds"), dem Verlust des Gedächtnisses ("A Man Without A Past") oder aber dem Straucheln in den Fallstricken unseres Daseins widmet. Kinostart: 26. Oktober 2006.

Wie Chaplins schmächtiger Tramp, so sucht auch mein Held nur nach einem bescheidenen Platz an der Sonne. Doch es ist seltsam: je bescheidener seine Wünsche, desto mehr Angreifer machen sich über ihn her. Kriminelle Subjekte spekulieren auf Koistinens Sehnsucht nach Liebe. Sie nutzen seine Stellung als Nachtwächter aus, um in das Einkaufszentrum einzubrechen, das er bewachen soll.

Schließlich deichseln sie es auch noch so, dass er als der Schuldige erscheint. All dies geschieht mit Hilfe einer Frau. Sie ist die kälteste Femme Fatale, die seit "All About Eve" von Joseph L. Mankiewicz das Licht der Leinwand erblickt hat. Am Ende wird Koistinen selbst das Wenige los sein, was er je besaß: seine Arbeit, seine Freiheit, seine Träume.

Zum Glück für die Hauptperson hat der Filmemacher jedoch den Ruf eines alten Herrn mit weichem Herzen, und so hat er die Schluss-Szene durch einen kleinen Lichtstreif erhellt.

Regie: Aki Kaurismäki
Drehbuch: Aki Kaurismäki
Darsteller: Janne Hyytiäinen, Maria Heiskanen, Maria Järvenhelmi, Ilkka Koivula

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Alle Bilder (c) Stadtkino Wien

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