So, 17. Dezember 2017

Hilferuf aus Schule:

25.02.2017 14:25

Deutsch für alle Fremdsprache

Wovor bereits jahrelang gewarnt wurde, ist in Wiener Neustadt Realität geworden: In einer Vorschulklasse sitzt kein einziges Kind mehr mit deutscher Muttersprache. In allen öffentlichen Volksschulen der Stadt liegt der Ausländeranteil durchschnittlich bei mehr als 55 Prozent. Jetzt wird mehr Hilfe vom Bund gefordert.

Die Schulen spiegeln derzeit die Problematik in Wiener Neustadt wohl am deutlichsten wider. Der Migrantenanteil von knapp 23 Prozent in der Bevölkerung bedeutet österreichweit einen Spitzenwert. Und in den vier Vorschulklassen haben mittlerweile mehr als 80 Prozent der Kinder eine fremde Muttersprache. Unüberbietbarer Rekord: In einer Anfängerklasse an der Otto-Glöckl-Schule nennt überhaupt kein einziges Kind mehr Deutsch als jene Sprache, die daheim den Ton angibt. An derselben Schule erreicht auch in einer dritten Klasse der Anteil fremdsprachiger Kinder nahezu 94 Prozent. Die steigende Zahl junger Migranten zieht sich aber durch alle Volksschulen der Stadt. Direktoren und Lehrer klagen über katastrophale Deutschkenntnisse vieler Schüler: "Dass zielgerichteter Unterricht da kaum möglich ist, muss wohl jedem klar sein."

Alarm schlägt jetzt Bürgermeister Klaus Schneeberger: "Um den Kindern die Zukunft nicht zu verbauen, ist verstärkte Förderung solcher Schulen nötig." Er sieht dabei vor allem das Bildungsministerium in der Pflicht: "Sprachförderung muss an oberster Stelle der Integrationsarbeit stehen." Zudem brauche man dringend mehr Begleitlehrer an sogenannten Brennpunktschulen.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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