Fr, 24. November 2017

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23.02.2017 18:22

Jugendamt konnte Alessias Tod nicht verhindern

Die schweren Hirnschäden waren für Alessia tödlich. Das drei Monate alte Baby starb - wie berichtet - Ende Oktober in der Uniklinik Linz, nachdem Ärzte drei Wochen erfolglos um sein Leben gekämpft hatten. Die Eltern beschuldigten einander, ihre Tochter geschlagen zu haben. Das Jugendamt wurde aber erst informiert, als es zu spät war.

"Wir hatten in diesem Fall in keiner Phase die Gelegenheit, einzuschreiten, weil wir von möglichen Problemen in der Familie nichts gewusst haben", sagt Elfa Spitzberger, stellvertretende Leiterin des Linzer Jugendamtes. Die Sozialbehörde wurde erst Mitte Oktober informiert, dass gegen Alessias Eltern Anzeige wegen Misshandlungsverdachtes erstattet wurde. "Zu diesem Zeitpunkt lag das Baby schon zehn Tage auf der Intensivstation." Die behandelnden Mediziner mussten längst befürchten, dass das kleine Mädchen die schweren Hirnverletzungen nicht überlebt.

Nicht mehr zu den Eltern
Dem Jugendamt blieb zunächst daher nichts anderes übrig, als abzuwarten, ob es eventuell noch irgendwann tätig werden kann. "Für uns stand jedenfalls fest, sollte das Kind am Leben bleiben, kann es nicht mehr zu den Eltern kommen", betont Spitzberger. Am 27. Oktober starb Alessia. Ihre Linzer Mutter (32) tauchte unter, der pakistanische Vater (33) sitzt inzwischen in einem Asylgefängnis in Ungarn. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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