Mi, 22. November 2017

Große Krone-Umfrage

22.02.2017 17:56

Salzburg wie gelähmt im täglichen Stauwahnsinn

Fast möchte man in Salzburg von einem "Phantom-Stau" sprechen. Der ist laut Definition der berühmte "Stau aus dem Nichts" sprich wo nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, warum es eigentlich gerade jetzt und hier zum Verkehrsstillstand kommt.

Fakt ist nämlich: In Salzburg staut es beinahe jeden Tag! Unabhängig davon, ob die Millionen-GPS-Daten, anhand derer der Navi-Hersteller TomTom wie berichtet in seiner neuen Studie Salzburg als Staustadt Nummer 1 noch vor Wien auserkoren hat, ein reales Bild der Verkehrssituation zeichnen. Es staut und die Gründe dafür sind mannigfaltig. Die "Krone" hörte sich in der Stadt um und analysierte die größten Stau-Hotspots. "Bei mir kommen laufend die Kunden zu spät, vor allem am Abend. Da gibt es oft Verzögerungen von gut 20 Minuten", schildert Selina Pribik vom Frisörgeschäft Mezzoforte in der Petersbrunnstraße. Dort, in Salzburg-Nonntal, gibt es fast täglich eine Blechkolonne Richtung Karolinenbrücke. "Erst recht, seit die Busspur dort verlängert wurde", so Pribik.

"Stadteinwärts steht alles!"
Sabrina Egger pendelt jeden Tag vom Umland in die Stadt zur Arbeit. "Bis an die Stadtgrenze ist es überhaupt kein Problem, aber ab dann beginnt der Stau. Genauso wie Martina Geisler: "Ich fahre extra um 7.10 Uhr von zu Hause weg. Ich muss zum Hanuschplatz, ich arbeite beim Frisör Sturmayr. Zu der Zeit geht es noch, aber keine zehn Minuten später ist die Situation schon eine ganz andere." "Ich fahre mit dem Bus und stehe in der Früh prinzipiell im Stau", hat Flora Brandtner vor allem die Kreisverkehr-Regelung beim Salzburger Volksgarten als Nadelöhr ausgemacht. Eva Friedl vom Frisör Paischer am Hildmannplatz, gleich beim Neutor, sieht die Verkehrssituation vor ihrer Geschäftstüre: "Stadtauswärts ist es kein Problem, stadteinwärts steht alles! Es ist generell eine Katastrophe, ich verliere 30 Minuten jeden Tag." Der Navi-Hersteller TomTom hat die Stau-Hotspots genauestens ausgemacht. Die "Krone" machte am Mittwoch den Lokalaugenschein dazu.

  • Staupunkt Westautobahn: Hier kommen mehrere Faktoren zusammen. Einerseits die abgeschlossene Baustelle im Lärmschutztunnel, die 2016 erheblichen Einfluss auf den Verkehr hatte und sich natürlich maßgeblich in der anhand des gefahrenen Tempos erhobenen Studie auswirkt. Dazu kommen mit Sicherheit auch die Grenzkontrollen am Walserberg, die in Richtung Westautobahn und auch auf der Tauernautobahn des Öfteren eine längere Blechkolonne nach sich ziehen.
  • Staupunkt Giselakai, Staatsbrücke: Hier sorgt die Stein-Baustelle für ein Nadelöhr, der Verkehr fließt meistens trotzdem ganz ordentlich. Queren die Obusse Richtung Staatsbrücke oder in der Rushhour kommt es in der Imbergstraße zu Staus.
  • Staupunkt Ignaz-Harrerstraße: Die Kreuzung Rudolf Bieblstraße ist nur bei gering höherem Verkehrsaufkommen voll. Quert dazu der Obus von ganz rechts zum Linksabbiegen, wird es eng. Bei der Kreuzung Gaswerkgasse ein ähnliches Bild. Dort reicht der Stau bis in die Lindhofstraße zurück, vor allem wenn ein Obus in der Haltestelle steht.
  • Staupunkt Volksgarten: Der Kreisverkehr mit Bushaltestelle, wo wegen der Verkehrsinsel nicht überholt werden kann, sorgt immer wieder für brenzlige Situationen. Autos können etwa einem Einsatzfahrzeug nicht ausweichen.

"Krone"-Fazit: Zu wenig Platz, zu viele Fahrzeuge. Der eigentliche "Phantom-Stau" scheint doch nur eine schlichte Verkehrs-Überlastung.

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