Sa, 20. Jänner 2018

Ausgetrickst!

24.10.2006 16:32

Statt Preiserhöhung gibt¿s ¿Mogelpackungen¿

Die Konsumartikel-Hersteller ziehen uns Konsumenten mit immer subtileren Methoden das Geld aus der Tasche: Statt wie früher den Preis in die Höhe zu schrauben wird plötzlich einfach der Inhalt weniger. Oder die Verpackung wird überhaupt neu gestaltet, so dass wir als Konsumenten keine Vergleichsmöglichkeit mehr haben. Alles über die Tricks der Lebensmittel-Industrie erfährst du hier.

Das System ist eigentlich ganz einfach: Statt wie früher den Preis offensichtlich zu erhöhen, wird jetzt die Preiserhöhung indirekt umgesetzt, und zwar indem du in der Packung einfach weniger Inhalt als früher vorfindest. Dadurch zahlst du zwar das Gleiche, und hast auch das Gefühl, gleich viel wie früher zu bekommen, aber tatsächlich schrumpfen die Inhaltsmengen.

Der Grund dafür ist relativ einfach: Wir Verbraucher haben bestimmte Preisschwellen gelernt. Das sind z.B. alle Preise, die auf ",59" oder ",99" enden. Wird nun ein Preis von 2,99 Euro auf 3,07 Euro angehoben, dann merken wir den Preisunterschied deutlich und weigern uns, das Produkt weiterhin zu kaufen.

Um das zu verhindern greifen Konsumartikel-Hersteller zu anderen Tricks, um trotzdem mehr an jedem verkauften Produkt zu verdienen: Sie verändern einfach die Packung und den Inhalt. Das Äußere der Verpackung wird entweder schrittweise oder plötzlich bei einem Relaunch erneuert: Die Packung erhält eine neue Größe, ein flippigeres Design, eine andere Form – und schon fehlt dir als Konsument der direkte Vergleich, ob auch tatsächlich das drin ist, was du früher immer bekommen hast.

Das interessante daran ist, dass diese „Anpassungen“ im rechtlichen Sinn keine Mogelpackungen sind, solange für den Konsument z.B. an einer Gramm- oder Stückangabe ersichtlich ist, wie viel er tatsächlich bekommt. Dir als Konsument bleibt daher nur eins: Wachsam sein!

Wo ist weniger drin?
Die deutsche Verbraucherzentrale in Hamburg veröffentlicht regelmäßig eine Liste all jener Produkte, deren Preise auf unterschwellige Art und Weise erhöht wurden. So findet sich beispielsweise Pringles von Procter und Gamble auf dieser Liste: Der Packungsinhalt wurde von 200 Gramm auf 170 Gramm reduziert, die Chips wurden kleiner und statt 95 Stück sind nur noch 90 Chips in der Packung enthalten. Aber auch bei Pampers-Verpackungen wurde den deutschen Verbraucherschützern zufolge am Inhalt gedreht, wodurch der Verbraucher nun indirekt tiefer in die Tasche greifen muss. Ebenso hat Maggi die Inhaltsmengen reduziert, was seitens des Unternehmens gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg mit Verbesserungen in der Qualität der Produkte gerechtfertigt wird.

 

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