Mi, 13. Dezember 2017

Vor RTL-Entscheidung

17.02.2017 12:33

Flugshow-Unfall! Beinahe-Katastrophe in St. Moritz

Schockierende Szenen vor dem Finale des Herren-Riesentorlaufs! Ein Flugzeug einer Kunstflug-Staffel flog in ein Seil an dem eine Kamera hing. Die Kamera stürzte mitten ins Ziel (siehe Video oben), das Seil behinderte den Sessellift, mit dem alle Stars wie Marcel Hirscher gerade auf dem Weg zur Besichtigung waren. Hirscher gab sich betroffen. "Ich habe mir schon ein paar Mal gedacht, es ist richtig, richtig knapp. Ich bin ein bisschen sprachlos", sagte der spätere Sieger, bevor er zu Gold raste.

Fakt ist: Am Ende hatte man alle Schutzengel dieser Welt. Das Flugzeug konnte sicher landen und Personen kamen nicht zu Schaden. Denn die schwere Seilkamera stürzte mitten in den zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise leeren Zielraum auf die Piste. Auch Zuschauer auf den Tribünen oder im Stadionbereich waren nicht betroffen. FIS-Renndirektor Markus Waldner: "Wir sind haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt!" Der zweite Durchgang konnte wegen des Zwischenfalls erst mit einer Verspätung von etwa einer halben Stunde beginnen.

"Wir haben das im Vorfeld schon getestet, sie hätten wissen müssen, wie tief sie fliegen können. Der ist sicher zu tief geflogen. Das wird sicher ein Nachspiel geben", sagte Waldner im ORF. Erinnerungen an den Drohen-Vorfall im Dezember 2015 in Madonna di Campiglio kamen auf, als Marcel Hirscher während seiner Fahrt im zweiten Durchgang des Nachtslaloms von einer abstürzenden Drohne nur ganz knapp verfehlt worden war. Drohnen über oder entlang der Skirennpiste sind seitdem verboten.

Hier im VIDEO sehen Sie, wie sportkrone.at-Chef Max Mahdalik den Zwischenfall vor Ort in St. Moritz erlebt hat!

Kantonspolizei Graubünden ermittelt
Die Polizei und die Militärbehörden nahmen umgehend Untersuchungen zu dem Vorfall auf, teilte Roman Rüegg von der Kantonspolizei Graubünden mit. "Ein Flugzeug der Schweizer Luftwaffe aus dem PC-7-Team hat das Tragseil der SRF Kamera touchiert, das Team war seit 11.30 Uhr im Einsatz. Das Tragseil fiel runter, es wurde niemand verletzt. Der PC7-Flieger konnte selbständig in Samedan landen", sagte Rüegg. Aus Sicherheitsgründen sei der Sesselbahnbetrieb Salastrains eingestellt worden.

Hier im VIDEO sehen Sie die Läufe, mit denen Marcel Hirscher und Roland Leitinger zu Gold und Silber fuhren!

Militärjustiz untersucht Vorfall
"Die Luftwaffe hat entschieden, dass das PC-7-Team in St. Moritz keine Einsätze mehr fliegen wird", machte Robert Willi, Einsatzleiter der Kantonspolizei Graubünden, später am Abend klar, dass es nun am WM-Wochenende keine Flug-Vorführungen mehr geben wird - wie ursprünglich geplant. Die Kantonspolizei habe die ersten Sofortmaßnahmen ergriffen. Dies beinhalte u.a. die Spurensicherung. Die eigentlichen Untersuchungen würde aber die Militärjustiz führen, betonte Willi. "Sie verfügt damit auch über die Informationshoheit. Sie wird zur gegebenen Zeit über das Untersuchungsergebnis oder den Stand der Untersuchung Auskunft geben", sagte Willi. "Das wird mit Sicherheit nicht mehr am heutigen Tag stattfinden."

Hier im VIDEO sehen Sie den Traumlauf von Marcel Hirscher im 1. Durchgang des WM-RTL!

Was Willi trotzdem noch bekannt gab: Die Staffel habe das gleiche Programm geübt wie am Vortag. Und das Schweizer Fernsehen habe eine Höhenangabe bezüglich der Positionierungen der Kameras an die Luftwaffe geliefert. Willi: "Das muss jetzt kontrolliert werden, ob dem so war, ob die Höhe stimmt. Aber das kommunizieren wir nicht." Willi bestätigte auch, dass das abgerissen Seil auf jenes der Seilbahn Salastrains gefallen ist. Ob dabei auch Kabinen mit Rennfahren betroffen gewesen seien, könne er aber nicht beantworten. Das Schweizer Fernsehen erlitt durch den Kameraabsturz übrigens einen Sachschaden von 250.000 Euro.

Rund um Sport-Großereignisse häufen sich derartige Vorfälle, weil im Zuge der TV-Berichterstattung seit Langem Live-Bilder aus der Luft sehr begehrt sind. Auch während der jüngsten Sommerspiele in Rio de Janeiro war im Olympia-Park eine Seilkamera aus 20 Metern Höhe abgestürzt, dabei wurden sieben Personen verletzt.

Peter Frauneder (in St. Moritz), Kronen Zeitung, AG/red

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