Di, 17. Oktober 2017

Hebamme in Haiti

16.02.2017 20:06

Eine Grazer Expertin für neues Leben

Vier von 100.000 Frauen sterben in Österreich nach Schwangerschaft oder Geburt. Auf Haiti sind es 350 - fast 90 Mal so viele. Grund genug, dem Gesundheitssystem des 10,7 Millionen-Einwohner-Landes mit Rat und Tat zu helfen. Als Expertin entsandte Ärzte ohne Grenzen die 30-jährige Nina Egger in die Hauptstadt Port-au-Prince. Dort half sie in einer großen Geburtenklinik mit, die Versorgung der Mütter und Säuglinge zu verbessern.

Zuerst dachte ich, der afrikanische Busch wird mir fehlen", gesteht Egger, die davor schon im Kongo diente und jetzt wieder ans Grazer LKH zurückkehrte. "Aber Port-au-Prince ist gut, du kannst in der Freizeit ans Meer fahren oder tanzen gehen."

Gefährlicher Weg in die Arbeit
In der WG mit zehn internationalen Helfern wohnte sie fünf Minuten von der Klinik entfernt, der Weg zur Arbeit war gefährlich: "Du hast immer Geld dabei, damit du bei einem Überfall etwas hergeben kannst."

In der Klinik werden nur Notfälle aufgenommen. "Nach dem Hurrikan Anfang Oktober sind viele Frauen mit Cholera gekommen. Babys sterben, weil die Mütter schon dehydriert sind und der Körper die Versorgung einstellt."

Häufigste Diagnose: Präeklampsie
Die häufigste Diagnose bei eingelieferten Frauen lautete aber Präeklampsie, auch bekannt als Schwangerschaftsvergiftung. "Sie kann zu Krämpfen führen, die Kind und Mutter töten", erläutert Egger die Gefahr. "Bei uns ist das extrem selten, dort passiert es jeden zweiten Tag, weil die Vorsorge schlecht ist."

Die Grazerin ist deshalb auch froh, wieder daheim zu sein. "Außerdem mag ich es, nicht nur als Supervisor zu arbeiten, sondern wieder selbst neuem Leben in die Welt zu helfen.

Matthias Wagner, Kronen Zeitung

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