Di, 21. November 2017

Es gab Freisprüche

16.02.2017 15:52

Falsches Trio wegen Erpressung vor Gericht?

Die Aussagen der Opfer waren eindeutig und auch die Beschreibung passte auf die vermeintlichen Täter. Mit vorgehaltener Pistole soll ein Trio einen Kufsteiner erpresst und 10.000 € gefordert haben. Die Verdächtigen wurden gefasst, aber für einen Schuldspruch reichte es nicht. Das Motiv fehlte, die Widersprüche waren zu groß.

Am Abend des 8. Mai 2016 zeigten zwei junge Kufsteiner einen kuriosen Vorfall bei der Polizei an. Die beiden seien in ihrer Wohnung gerade von einem Trio aufgesucht worden. Einer der Täter habe eine Waffe auf einen der Männer gerichtet und binnen einer Woche 10.000 € gefordert, sonst würde er erschossen.

Der junge Mann gab eine genaue Personenbeschreibung ab und wenig später war eine Alarmfahndung erfolgreich. Man stellte den Wagen von drei Deutschen, die genau den Beschreibungen entsprachen.

Obwohl das Trio jeden Zusammenhang mit der Erpressung bestritt und sagte, dass man aus heiterem Himmel verhaftet worden wäre, wurden die drei jungen Männer angeklagt.

Widersprüchliche Aussagen

Vor Gericht schüttelten sie weiterhin ungläubig den Kopf sie hätten keine Ahnung, warum sie hier sitzen würden. Das Opfer blieb zwar bei seiner Aussage und identifizierte den vermeintlichen Haupttäter auch vor Gericht eindeutig doch das war Richter Günther Böhler zu wenig. Auch, weil sich der Hauptbelastungszeuge in zu große Widersprüche verstrickt hatte. Ein ganz wesentlicher Punkt für den Freispruch war aber das fehlende Motiv. Es sei zwar zu vermuten, dass es um irgendwelche Drogengeschichten ging, doch das sei keinesfalls bewiesen, im Gegenteil. Für einen Schuldspruch würden die Aussagen bei weitem nicht reichen.

Stefan Ruef, Kronenzeitung

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